ISP / Umstellung von T-Online auf Vodafon

Inhaltsverzeichnis

Ursachen und Voraussetzungen
Abwicklung der Umstellung
Konfiguration der Not-so-EasyBox 803
Beschränkungen des Surfsticks in der EasyBox?
Konfiguration des Huawei K3765 Surfsticks am PC
Wie die EasyBox WIRKLICH funktioniert
Gesamtbeurteilung

Ursachen und Voraussetzungen

Nachdem im Oktober 2010 die Telekom für einen Tag meinen Fernunterricht unterbrochen und mir dadurch Verdienstausfall beschert hatte, prüfte ich am betreffenden "freien" Tag ernsthaft Alternativen, die mir eine höhere Ausfallsicherheit bieten könnten. Vodafon hatte ein Angebot in der Tasche, welches aus einem moderat teuren Funknetz-Volumen-Tarif mit hinreichenden Leistungsparametern (> 2 Mbaud Download, > 512 Kbaud Upload) und einem zum Telekom-Vertrag vergleichbar guten Festnetz-DSL bestand, welche als Zusätze zu meiner eh schon mit Vodafon bestehenden Funknetz-Flatrate hinzukommen würden. Die Gesamtkosten entsprächen meinen bisherigen, mit dem Unterschied, daß der Funknetz-DSL-Volumentarif hinzukäme und das Telefon dafür nicht mehr per Festnetz, sondern per DSL laufen würde. Letzteres war wegen eh schon bestehender Funknetz-Flatrate kein Thema - es existiert eh nur noch als Anschlußpunkt für die Festnetz-Flatrates anderer Leute...

Sie boten an, den DSL+Telefon-Vertrag von T-Online samt Telefonnummern zu übernehmen, so daß ich keinen Finger krumm machen brauchte. Trotz einiger Skepsis angesichts der bei solchen Angeboten typischen Asymmetrie der Einstiegs-Hürde zur Ausstiegs-Hürde nahm ich an.

Abwicklung der Umstellung

Absolute Bestnoten habe ich Vodafon zu vergeben für: Die EasyBox war "easy" anzuschließen, der Surfstick an der EasyBox ebenso. Und zwar parallel zum noch laufenden alten Zugang bei der Telekom. Die Konfiguration für die Netzwerk-Inbetriebnahme war weitgehend intuitiv, die Dokumentation ausreichend.
Zur Ein-Klick-Umschaltung zwischen T-Online und Vodafon hatte ich eine Batchdatei und zwei Einträge im Startmenü vorbereitet. Ich konnte schon zwei Wochen vor der Umstellung garantieren, daß der Unterricht am Tag der Umstellung nicht ausfallen wird (jedenfalls nicht wegen fehlendem Netzzugang).

Ein nicht ganz so gutes Bild machte die EasyBox hinsichtlich einer Extrawurst beim Stecker: Wo alle Welt einen RJ11 benutzt, hatten die einen RJ45 eingesetzt. Das verlangte Löten für die DSL-Festnetz-Umstellung. Daher ließ ich das offen bis zum Abend des Umstellungstages.

Am Tag der Umstellung war die Umschaltung von "T-Online-DSL" auf "UMTS-Stick-DSL" eine Sache von 2 Minuten (zum Einschalten/Booten der EasyBox und Klick auf die Batchdatei), dann gings weiter.

Mit Bestnoten ging es zunächst weiter: Der Datendurchsatz per UMTS am kritischen ersten Tag bei Vodafon war besser als der per DSL bei T-Online. Kürzere Laufzeiten bei höherer Übertragungsrate und das ganze per Funk: Alle Achtung!

Eine Ernüchterung kam, als die Unterrichtsteilnehmer nicht mehr auf meinen privaten Server mit Unterrichtsmaterialien zugreifen konnten. Für den Moment ging das per Direktverteilung der Materialien mit Hilfe der Unterrichtssoftware auszubügeln, aber auf Dauer wäre das nichts!

Sehr gut klappte wieder die Leitungsumstellung für Festnetz-DSL. Der Durchsatz stiegt auf das dreifache gegenüber dem Vorzustand bei der Telekom. Sowohl beim Down- als auch beim Upload.

Eine halbe Odysse wurde abschließend die Einstellung des Port-Forwarding für die EasyBox - und zwar aus dem gänzlich sinnlosem Grund, daß schlicht die Dokumentation ein Detail verheimlichte, über das auch sonst niemand auf dieser Welt bisher einen Ton zu verlieren als notwendig erachtete...

Konfiguration der Not-so-EasyBox 803

Ich verbrachte insgesamt etwa 8 Stunden damit, herauszufinden, daß in der Dokumentation der EasyBox ein Detail fehlt, welches zwingende Voraussetzung für die Funktion von Portforwarding ist. Die Aufgabe lautete erstmal nur auf ein ganz billiges Durchleiten der Ports 80 und 443...

Nach 4 Stunden weitgehend systematischen Experimentierens mit Pings, Portscans, Protokollmitschnitten und Logfileanalysen sowie systematischer Suche in den Dokumentationen und zugehörigen Foren begann ich, den Kundendienst von Vodafon anzurufen - und wurde an eine kostenpflichtige 0900-Technik-Nummer verwiesen (wo ein scheinbar aus zwei Teilen zusammengesetzter Preis von insgesamt rund 3 Euro pro Minute angesagt wurde). Nachdem ich dem dort erscheinenden Techniker erklärt hatte, was ich mit Port Forwarding bzw. Port Mapping (wie es in der EasyBox genannt wird) meine, kam der auf die Idee, daß dieses nicht funktionieren würde, wenn ich mich mit dem UMTS-Surfstick verbinden würde. (*)

Das war im Moment des Anrufs eine durchaus berechtigte Anmerkung, denn ich war zwischendurch eben zur Untersuchung der Ursachen der nichtfunktionierenden Portweiterleitung erstmal wieder auf den UMTS-Modus gewechselt. Allerdings zeigte sich nach Umschalten auf den Festnetz-DSL-Modus, daß sich nichts geändert hatte.

Weitere 2 Stunden suchte ich bereits relativ wild nach immer wieder wechselnden Stichwort-Gruppen unter Google, um einen Anhaltspunkt für die Nichtfunktion zu finden. Ich merkte, daß ich sehr wohl nicht der einzige bin, der solche Probleme hat, daß aber alle Leute, die jemals Probleme hatten, nie eine LÖSUNG hinterlassen hatten. Sondern nur sinnloses Kauderwelsch von wilden Ideenorgien.

Nun war es ja nicht so, daß ich mich den Ideen verweigerte. Allein: Nicht eine davon brachte eine Änderung.

In einem der vielen Foren - bei Arcor - stellte ich eine entsprechende Anfrage. Eine verwertbare Antwort kam soweit nicht...

Nochmal 2 Stunden wilden Experimentierens später hatte ich die Ursache gefunden: Das Gerät brauchte für diese speziellen Einstellungen zwingend nichts weiter als einen NEUSTART! DER ist allerdings tatsächlich nirgendwo im Internet - weder beim Hersteller in der Gerätedokumentation noch in Userforen - mit auch nur einem Wort erwähnt. Außerdem braucht man für alle sonstigen Einstellungen, die für mich von Interesse waren, offenbar KEINEN Neustart. Sondern NUR für dieses dämliche Port Mapping!

Also: Alles an der EasyBox ist tatsächlich intuitiv easy - bis auf dieses Detail, welches man einfach mal wissen muß. Abschließend noch eine entsprechende Anmerkung in das Arcor-Forum gesetzt (damit endlich mal dieser Umstand erwähnt wird und in Suchmaschinen Widerspiegelung findet) und diesen Bericht hier geschrieben. Ich hoffe, er hilft dem einen oder anderen, etwas Zeit zu sparen...

Beschränkungen des Surfsticks in der EasyBox?

Was trotz Neustart nicht funktioniert - in Übereinstimmung mit der Auskunft durch die Vodafon-Technik-Hotline - ist die Portweiterleitung, wenn der Anschluß über den Surfstick erfolgt. Damit ist der Surfstick wirklich nur als schlechte Krücke für den Fall eines DSL-Fesnetz-Ausfalls brauchbar. Das war nun nicht so das, was mir als Ausfallsicherung vorschwebte...

(Wie sich herausstellte, hatte der Techniker von Tuten und Blasen keine Ahnung. Leider kann man das immer erst hinterher sagen, wenn man sich als Kunde die Ahnung angeeignet hat, die der Service-Techniker hätte haben müssen...)

An Ursachen ist zwar ALLES MÖGLICHE DENKBAR, aber für's dumme Volk NICHTS DOKUMENTIERT. So wie wir es von unseren Billig-Produzenten kennen und lieben. Tragen wir mal zusammen, was es an bekannten Umständen und Zusammenhängen gibt: Um letzteres zu testen, habe ich den Stick einfach mal direkt an einem PC angeschlossen. Das Ergebnis war aber auch erstmal ernüchternd...

Konfiguration des Huawei K3765 Surfsticks am PC

Der Test des Surfsticks am WinXP-PC ging mit schlechtest möglichen Eindrücken los (Versagen auf allen Ebenen):
Funktionsunfähigkeit auf sauber eingerichteten Systemen
Die mitgelieferten Treiber sind nicht als normale Dateisammlung plus inf-Datei verpackt, sondern als Exe-Datei. Die bei der Standard-Installation von einem externen Medium (dem Pseudo-CD-Laufwerk des Sticks) ausgeführt werden soll. Was naturgemäß bei sauber eingeschränkten Ausführrechten nicht funktioniert... ("Richtlinien für Softwareeinschränkung" - bei Microsoft, Uni Rostock, und tausenden weiteren Internet-Sites von Profis und Amateueren, die sich mit sicherer Einstellung von Systemen befassen)
Kein anderer mir untergekommener Hardware-Hersteller hatte es bisher geschafft, dermaßen hahnebüchenen Schwachsinn zu erschaffen. Glanzleistung!

Ein Kopieren der betreffenden Dateien per Hand an einen zulässigen Ort - wie das schon Installer zu finsteren, verstaubten DOS-Zeiten vor über 25 Jahren beherrschten - bringt die Lösung für diesen geilen Install-Dreck.

Aber nur für einen winzigen Augenblick - denn gleich anschließend will so ein verblödet programmiertes Stück Software-Dreck aus einem Verzeichnis der Anwendungsdaten (!) für "All Users" (!) heraus ausgeführt werden. Das sind gleich zwei Verbrechen in einem Stück. Eine Öffnung des Systems für Viren und Würmer aller Art - glücklicherweise nur für ein relativ begrenztes Verzeichnis, aber für eine Software, die GANZ OFFENSICHTLICH von Vollidioten geschrieben wurde und daher mit 100%ger Wahrscheinlichkeit JEDE MASSE an Einfallslöchern aufweist - bringt hier wieder mal etwas, was ich nun nicht mehr als "Lösung" bezeichnen will.

Nachdem diesem Schund nun also der sicherheitstechnische Zerschießen des gesamten Systems erlaubt worden war, führte es tatsächlich zum Starten des "Vodafon Mobile Connect"-Managers.

Allerdings nur, um sofort in die nächste Katastrophe überzugehen: Anschließend funktionierte gar kein Internet mehr - Es wurden zwei LAN-Anschlüsse angezeigt - der bisherige laut Anzeige korrekt funktionierend (per Hand eingestellt gewesen) und der neue Surfstick (auf DHCP eingestellt). Es wurde aber kein einziges Datenpaket mehr übertragen, auch kein Ping im LAN.

Abschalten des "Vodafon Mobile Connect"-Managers brachte noch keine Lösung. Erst die Deaktivierung des Dienstes "Vodafone Mobile Connect Service" per Hand brachte wieder das LAN und das Internet zurück. Bei der Gelegenheit fallen dann weitere Schweinereien dieses Drecks auf: Ein Installationsverzeichnis wurde gar nicht erst zur Auswahl angeboten. Die Installation wurde "natürlich" in einem Standardverzeichnis ausgeführt, welches eventuell (?) nicht erwünscht ist!

Derzeitiger Stand meiner Ermittlungen ist: Der Stick ist unmittelbar an einem PC unbenutzbar. Nicht unbedingt, weil der Stick schlecht ist, aber auf jeden Fall, weil die Treibersoftware für Win-PCs unbrauchbar ist (zumindest solange diese sicherheitstechnisch korrekt konfiguriert sind).

Fortsetzung folgt eventuell... (P.S.: Nein!)

Wie die EasyBox WIRKLICH funktioniert

Die Sache ließ mir keine Ruhe: ÜBERALL im Internet, wo Leute über nachvollziehbare Probleme mit "Port Forwarding" im Zusammenhang mit Funknetz-Verbindungen berichten, geht es darum, daß die Unmöglichkeit zwingend GENAU DANN resultiert, wenn der Provider an das Modem eine Adresse aus seinem internen LAN vergibt. Was absolue logisch und selbstverständlich ist (der Zusammenhang, nicht die Adressenvergabe!).
Aber NIEMAND berichtet über nachvollziehbare Probleme, wenn das Funknetz-Modem eine Adresse aus dem globalen Internet zugewiesen bekommt.

Ich konnte nicht glauben, daß Vodafon nun ausgerechnet im Fall der EasyBox eine weltweit einmalige Ausnahme macht (angesichts der hunderten von aktuellen Modem-Typen auf dem Markt, die sich da alle nach Standard verhalten). Es MUSSTE etwas dahinterstecken - entweder undokumentiert, oder vielleicht waren ja auch die "Techniker" von Vodafon einfach zu blöd für ihren Job...

Wie sich in den folgenden Versuchen herausstellte, war letzteres der Fall...

Hier eine Kopie der Foreneinträge beim Arcor (alias Vodafone-) -Forum zum Thema "EasyBox 803 tatsächlich funktionierende Port Forwarding Anleitung":
Des Rätsels Lösung ist trivial, aber NIRGENDWO auf dieser Welt bisher als dokumentationswürdig angesehen: Ich habe nunmehr insgesamt 8 (!) Stunden damit zugebracht, herauszufinden, daß die EasyBox nichts weiter als einen

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>> NEUSTART! <<
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benötigt!

Wichtig: Das Ding NIEMALS in die Dokumentation der EasyBox aufnehmen! Das Fehlen dieses Punktes ist die perfekte Arbeitsbeschaffungs- und Umsatzgenerierungsmaschine für den Hersteller und für jedes Telekommunikationsunternehmen, welches dieses Gerät an seine Kunden verteilt.

Ich habe etwa 3 Euro an der Technik-0900-Nummer von Vodafon umgesetzt, nur um mir von einem ahnungslosen Dummsel Schwachsinn erzählen zu lassen (ich frage mich bei solchen Gelegenheiten immer wieder, warum in aller Welt ich seit 13 Jahren keine Festanstellung mehr bekomme - soviel Idiotie bei Telekom-Mitarbeitern ist schutzwürdig!)...

Ich habe wohl um die 200-300 Forenbeiträge durchstöbert, nur um fortlaufennd zu lesen: "RTFM" und dergleichen. Korrekt hätte es heißen müssen: "Ignore the fucking manual"! Denn in diesem steht eben NICHTS über die ZWINGEND notwendigen Handlungen zur Einrichtung. Man muß also zwingend reine Intuition anwenden.

Aber auch die Intuition führt nicht ans Ziel, weil ALLE ANDEREN Einstellungen, die irgendwie wichtig waren, KEINEN Neustart benötigten (der daher laut Dokumentation auch nirgendwo gefordert wird). Ergo muß man sich schizophren benehmen und wild spekulierend testen, um irgendwann diesen streng geheim gehaltenen Verhaltenskodex zu entdecken...

Meisterleistung von Ingenieursarbeit! Echt Neuzeit-würdig!

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P.S.: Update mit Lösungserweiterung
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Auch über den UTMS-Stick der EasyBox funktioniert die Portweiterleitung. Nach etlichen Neustarts und Spielereien auf der "Extras/UMTS-Stick"-Seite...
(Der im Beitrag weiter oben erwähnte 3 Euro teure Techniker hatte mir noch erklärt, daß das mit UMTS-Stick generell nicht funktionieren würde).

Eine Ursache-Wirkungs-Beziehung, die erklären könnte, warum das Portforwarding per UMTS-Stick in den ersten Tagen nicht funktionierte, läßt sich zunächst nicht ausmachen. Nur eine (sehr vage und weit hergeholte) Vermutung:

Nachdem ich nochmal Lust gefunden hatte, wegen diesem leidigen UMTS-Problem in Foren zu stöbern (nachdem der Stick bei Direktanschluß am Netbook den gesamten Netzwerkverkehr auf diesem lahmgelegt, also dessen Treiber-Software sich als schlicht unzumutbar herausgestellt hatte), wollte ich näheres zu den von mir bisher noch nicht manipulierten Einstellmöglichkeiten auf der "UMTS-Stick"-Seite erfahren. Netterweise sind diese ja komplett undokumentiert.

Die Arbeitshypothese, die ich mir zurechtgelegt hatte:

Bevor die Portweiterleitung das erste Mal funktioniert hatte, hatte ich mit fertigen(!) Einstellungen jener Regeln einen Neustart(!) hinlegen müssen. Ergo ist die Router-Software des Modems in bestimmten Bereichen schlicht urzeitlich organisiert - wie zu DOS-Zeiten, wo man Treiber samt Parametern nur beim Booten des Systems laden konnte. Funktioniert aber dennoch. WENN man das System mit allen Einstellungen perfektioniert komplett neu bootet.

Ergo KÖNNTE es ja durchaus sein, daß das im Original auf "UMTS Backup für Daten & Sprache" eingestellte DYNAMISCHE Zuschalten der UMTS-Verbindung, welches ausschließlich im Falle des Ausfalls der DSL-Leitung greift, dazu führt, daß gewisse Regeln (das Port forwarding) wegen der Art und Weise der dynamischen Umschaltung nicht korrekt zur Anwendung kommen. Ergo WÄRE es ja durchaus MÖGLICH, daß bei Einstellung in der Art, daß die UMTS-Verbindung gleich von vornherein fest eingestellt (und eventuell das DSL-Kabel von vornherein beim booten gar nicht erst gesteckt) ist, die Port-forwarding-Regeln doch korrekt beachtet werden.

Das im Hinterkopf versuchte ich, mir die Bedeutung der Einstellungen unter "Extras/UMTS-Stick/UMTS-Verbindung/Backup-Verbindung" mit gesundem Menschenverstand und systematischem Testen zu erschließen. Daß jedesmal ein Neustart erforderlich war, hatte ich ja nun inzwischen geschluckt.

Folgendes ergab sich:

- "Kein UMTS Backup": gar keine Verbindung trotz gestecktem Stick; auch keine Anzeige von Signal und Netzwerk-Betreiber

- "Nur UMTS Verbindung": gar keine Verbindung trotz gestecktem Stick; aber MIT Anzeige von Signal und Netzwerk-Betreiber

- "UMTS Backup für Daten & Sprache": Verbindung + funktionierende Portweiterleitung; dieser Schritt entsprach dem Wiederherstellen der originalen(!) Einstellung

Ich hatte die Schritte in dieser Reihenfolge durchgespielt, weil ich die Arbeitshypothese ansetzte, daß sich vielleicht hinter "Kein UMTS Backup" oder "Nur UMTS Verbindung" eine DAUER-UMTS-Verbindung verstecken könnte. Wie sich herausstellte, ist dies offenbar nicht der Fall (und der Sinn zumindest einer der Optionen mir schleierhaft, weil das äußere Verhalten in beiden Fällen identisch ist).

=> Urplötzlich aus dem Stand heraus funktionierte die Portweiterleitung, obwohl identische Einstellungen wie beim Beginn der Versuchsreihe wiederhergestellt worden waren. AUSSER: Das DSL-Kabel hatte ich jetzt bei allen Versuchen von vornherein rausgelassen. Diesen Beitrag hier schreibe ich gerade über UMTS mit erreichbarem Webserver im Hintergrund.

Ich werde jetzt das Modem nochmal booten, aber mit gestecktem DSL-Kabel. Bin dann mal gespannt, wie sich die Sache verhält, wenn ich einen Kabelausfall simuliere...

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P.S.: Systematisierung 1
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Ja, es scheint sich allmählich ein System zu zeigen: Jeder WECHSEL der Verbindungsart IM LAUFENDEN Betrieb führt zum Ausfall des Port forwarding. Diese Nachricht hier schreibe ich nach Einstecken der DSL-Leitung in das eben noch funktionierende Modem (ohne Neustart), wobei der Webserver (das Port forwarding) nicht mehr funktioniert.

Ach ja, bevor ich es vergesse und wichtig für die Fehlersuche: Ping und DDNS funktionieren IMMER. NUR die Port forwarding-Regeln werden außer Kraft gesetzt. (Nur um das richtig einzuordnen, gelle?)

Ich ziehe jetzt wieder die DSL-Leitung (immer noch ohne Neustart)...

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P.S.: Systematisierung 2
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...und: JA, Port forwarding funktioniert wieder (über UMTS).

Ergo sind wir jetzt in der Lage, zu dokumentieren...

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WICHTIGE Dokumentations-Ergänzung zur EasyBox:
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Bestimmte Einstellungen werden NUR BEIM BOOTEN (Einschalten/"Neustart") des Systems tatsächlich zur Wirkung gebracht. DAZU gehören MINDESTENS die Portweiterleitungen. Diese Einstellungen können (und müssen) zwar im laufenden Betrieb VERÄNDERT werden, aber die betreffenden Änderungen werden ERST BEIM NÄCHSTEN NEUSTART wirksam.

Und wichtiger noch: Sie sind NUR IN DEM ZUSTAND der Verbindungs-Herstellung wirksam, den das System BEIM Booten ZUERST vorfindet. Wenn während des Betriebes die Verbindungsart (zwischen UMTS und Festnetz) umgeschaltet wird, sind diese Einstellungen SOLANGE unwirksam, bis wieder auf die Betriebsart zurückgewechselt wird, die das System beim Booten hatte. DANN funktioniert plötzlich alles wie magisch wieder korrekt als ob nichts gewesen wäre.

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Es gehört schon eine gehörige Portion Schizophrenität dazu, ein System dermaßen verkrampft zu designen. Ich kann mir jetzt gut erklären, warum SOWAS nicht in der Dokumentation steht: Es ist ein einziges Armutszeugnis für die Programmierer. Andererseits: Es FUNKTIONIERT ja durchaus - wenn man denn weiß, wie! Wahrscheinlich haben die Programmierer diese Betriebsfälle nie getestet...

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P.S.: Systematisierung 3
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Der abschließende Gegentest mit "DSL-Leitung gesteckt beim Booten" bestätigt die Beobachtung. Bei Leitungsausfall muß also das Modem neu gestartet werden, damit das gesamte System über UMTS normal funktionieren kann.

Das ist ja noch nicht mal SCHLIMM: Die Aktualisierung per DDNS dauert eh immer so etwa 30...60 Sekunden (bis das Ping die aktualisierte IP liefert). Das Modem braucht zwar etwas länger (so etwa 2 Minuten), aber das ist kein Weltuntergang.

Das letzte, was mich jetzt noch stört, ist der relativ hohe Stromverbrauch des UMTS-Sticks im Idle-Zustand (das Ding wird ordentlich warm). Den werde ich also einfach gezogen neben die EasyBox legen, denn: Zum echten Backup taugt das Ding ja eh nicht: Wenn ich in einer Sitzung mit einer beliebigen Gegenstelle bin, werde ich durch den IP-Wechsel eh rausgeschmissen, und meine Server sind nach einem automatischen Wechsel eh nicht erreichbar bis entweder die Leitung wiederkommt oder ich manuell das Modem bei fehlender Leitung neu starte (es sei denn, ich lege das in ein Script... mal seh'n...).

Fazit: Als Heimtechnik und unter Anrechnung dessen, daß es das Gerät als Geschenk zum Vertrag dazu gibt, ist das hinnehmbar. Für Unternehmen (wo sowas wie ein Leitungs-Backup tatsächlich und reibungslos funktionieren muß) würde ich es aber auf keinen Fall empfehlen. Da ich den Umzug zu Vodafon eben genau wegen der Backup-Funktion gemacht habe (nachdem T-Online mir einen Tag Unterricht "geklaut" hatte), stellt die Unzulänglichkeit einen Wermutstropfen dar.

Andererseits könnte ich mir ohne weiteres vorstellen, dieses extrem unsinnige Systemverhalten mit einem Firmware-Update aus der Welt zu schaffen. Ich KANN auch mithelfen: Netzwerk-Fertigkeiten sind bei mir in C++, Java und PHP vorhanden. Im Modem dürfte wohl ersteres unter Linux zur Anwendung kommen (geurteilt nach der Firmwaregröße). Letztlich geht's nur darum, die Verarbeitung der Datenpakete nicht nach Verbindungsart getrennt umzusetzen, sondern über ein gemeinsames Modul, VOR DEM zwischen UMTS-Stick und Festnetz-DSL umgeschaltet wird. Der momentane Zustand ist einfach nur unsinnig kompliziert: Erstens wird die Weiterverarbeitung der Datenpakete in verschiedenen Modulen ausgeführt, zweitens wird nur eines davon korrekt initialisiert und drittens dieser zweite Punkt nur mit dem Zweig, der beim Booten funktionierend vorgefunden wird. Ich schrumpfe Euch die 4 MB, indem ich diesen unterscheidenden Blödsinn einfach weglasse, und ERWEITERE dabei gleichzeitig die Funktionalität - ist das ein Angebot?

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P.S.: Systematisierung 3
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Einen hab ich noch, einen hab ich noch...

Mit der Firewall und Stateful Packet Inspection und dergleichen haben die hier dokumentierten Scherze RESTLOS NICHTS zu tun!

In diesem Forum (und ebenso in dem bei Vodafon und in einigen anderen weltweit herumgeisternden) habe ich den Eindruck gewonnen, daß sich eine MASSE von Vermutungen über die Ursachen des mal-gehts-mal-nicht der EasyBox angesammelt haben, aber NIEMAND eine Lösung präsentieren konnte, die wiederholbar nachvollziehbar ist. Es gibt die wildesten Spekulationen - und sämtliche Diskussionen weltweit verlaufen sich stets ungelöst. Inzwischen ist mir die Ursache verständlich: IRGENDWANN haben die Leute ihre EasyBoxen zwischendurch mal komplett abgeschaltet oder getauscht oder Firmware-Updates aufgespielt, was alles mit einem Neustart der Geräte einher ging. Wonach urplötzlich genau wie bei mir alles funktionierte.

Wenn dann mal irgendwann irgendwas GEÄNDERT werden sollte, ging plötzlich wieder nichts mehr: Typisch dafür ist der Versuch, irgendwelche Portweiterleitungen zu ergänzen, weil irgendwelche Spiele oder sonstige spezielle Software das erfordern. Dann kommen solche Anfragen zustande vonwegen, daß irgendwelche UDP-Portweiterleitungen nicht funktionieren würden und man Stunden benötigt, um die EasyBox zu konfigurieren - wie sie hier gleich nebenan in schöner Regelmäßigkeit alle paar Wochen wieder auftauchen.

GANZ EXTREM wichtig ist zur Erhaltung dieser wunderhübschen Threads, wo Leute sich treffen, einander ihre Leiden klagen können und auf so phantastische Weise soziale Kontakte pflegen, ist die UNBEDINGTE Unterlassung jeder Ergänzung der Dokumentation (außer daß die Software nicht ausgebessert wird, gelle)!

So, jetzt bin ich erstmal fertig mit abreagieren.	

Gesamtbeurteilung

Als Tutor tendiere ich in letzter Zeit gern dazu, Noten zu vergeben.
Für Vodafon-DSL ergibt sich folgendes Bild:

Leistung / Preis: 1 (das Maximum dessen, was ich bei T-Online für mehr Geld hätte kriegen können, plus Funk-Backup)
Kundendienst - Vertragsbindung: 1 (kein Finger krumm gemacht, alles perfekt geliefert bekommen, Standard-Installation tatsächlich "easy")
Kundendienst - Betreuung vor Ort: 2 (das ist von den Personen vor Ort abhängig - hier in Neustrelitz gut getroffen)
Kundendienst - Technik: 5 ("nix UMTS Port Forwarding", gelle?;
dazu technisch unbrauchbare, fast reine Werbe-Daten auf der offiziellen Internetpräsenz;
dazu technisch unbrauchbare Dokumentationen der Geräte und Software)