Equilino - Anleitung zur Wertezucht

In dieser Anleitung werden Theorien (Modelle) der Spielmechanik erläutert, die auf den Beobachtungen und Ideen des Autors beruhen.
Vorsicht! Die hier beschriebenen Theorien könnten soeben wieder über den Haufen geworfen werden, weil die Moderatoren von der Spielefirma auf den entsprechenden Thread in den Fehlermeldungen (nicht mehr existent) aufmerksam geworden sind. Verlaßt Euch also nicht blind auf diese Darstellung, sondern rechnet immer mal wieder nach, ob es noch immer so zutrifft!

Wie es mit ALLEN Theorien und Modellen so ist, KÖNNEN diese trotz aller Sorgfalt und Überlegtheit des Erzeugers falsch liegen: Wenn also hier Leser eintreffen sollten, die das Zeug hier als unsinnig empfinden, mögen diese sich bitte hiermit aufgefordert fühlen, diese Seite umgehend zu verlassen! Trolle: Trollt Euch!
Im übrigen geht es hier ausschließlich um die sogenannte "Wertezucht", wo das Ziel darin besteht, möglichst gute Turnierattribute zu erreichen. Jedes andere Zuchtziel kann vollkommen anderes Herangehen erfordern, aber eventuell auch sinnvoll mit der Wertezucht kombiniert werden. Da muß jeder seine eigene Intelligenz einbringen!

Inhalt


Siehe auch: Anleitung zur Pflege, Anleitung zur Nutzung des Spielerhandels, Anleitung zum Turnierreiten

Allgemeine Entwicklung von Turnierattributen

Die Turnierwerte eines Pferdes in Equilino entwickeln sich zum einen "genetisch" bei der Fortpflanzung weiter, zum anderen über die Lebensjahre eines Pferdes hinweg. Der Begriff "Wertezucht" bezieht sich auf die "genetische" Weiterentwicklung. Beide Entwicklungen sind scheinbar unabhängig voneinander. Deshalb betrachten wir sie auch unabhängig voneinander...

Lebenskurve und Geburtswerte

Die "Lebenskurve" stellt die Entwicklung der Turnierwerte eines Pferdes über seine Lebenszeit dar. Die entwickeln sich aber nicht gleichmäßig, sondern ruckartig mit jedem Geburtstag. Genau auf die Minute alle 7 Real-Tage (die einem Equilino-Jahr entsprechen) steigen die Werte auf den nächsten Punkt auf der Lebenskurve.

Es gibt verschiedene Lebenskurven, die sich hinsichtlich der Steilheit und der genauen Form unterscheiden. Wahrscheinlich ist dies allerdings nur ein Element, um die Equilino-Welt zu "diversifizieren" (also: Abwechslung reinzubringen), denn es ließ sich bislang (mit dem mir sichtbaren Material) noch kein definierter Zusammenhang mit einer Vererbung herstellen.

Typische Lebenskurven entstehen dadurch, daß die Attribute-Entwicklung offenbar grundsätzlich in "glatten" Schrittweiten - und zwar in Vielfachen von 0,5 - vonstatten geht. Und es gibt offenbar nur eine begrenzte Menge von Varianten von Kurven. Die, die mir bisher begegnet sind (rechts zu sehen), unterscheiden sich kaum im Maximalwert, aber durchaus relevant im Bereich des 4. bis 6. Lebensjahres, der für Turnierpferde relevant ist: Dort haben die jeweils neu herangewachsenen in der Regel gerade die Eltern eingeholt oder überholt und können - für gerade mal ein bis zwei Wochen - selbst die Turniere übernehmen, um kurz danach gleich wieder von der nächsten Generation abgelöst zu werden.

Bei einem engen Kopf-an-Kopf-Rennen um die besten Turnierpferde könnte die Form der Lebenskurve eine Wirkung haben. Solange sich aber kein berechenbarer Zusammenhang erkennen läßt (man es also sowieso nicht gezielt beeinflussen kann), können wir dies erstmal als Randerscheinung beiseite legen und müssen mit dem leben, was wir per Zufall kriegen.

Geburtswerte

Die Lebenskurve hat keine Wirkung auf die Werte-Vererbung eines Pferdes! Egal, wie stark ein Pferd austrainiert ist oder in welchem Lebensjahr es ist, kommt bei einem Fohlen immer dasselbe Ergebnis heraus. Um Pferde hinsichtlich ihrer Nützlichkeit für die Wertezucht vergleichen zu können - und weil die Lebenskurve scheinbar nicht genetisch bestimmbar ist - müssen wir diese Lebenskurve daher aus den aktuellen Turnierwerten herausrechnen!

Das geht am einfachsten, indem man sich grundsätzlich auf die Startwerte bei Geburt ("Geburtswerte", abgekürzt "GW"), bezieht.
Warum ausgerechnet diese Geburtswerte?
Ihr könnt die Turnierwerte eines Fohlens anhand seiner Eltern absolut exakt (einschließlich Nachkommastellen) voraussagen. Mit einer simplen Formel. WENN Ihr Euch auf die Geburtswerte bezieht.

Ihr KÖNNT das natürlich auch ignorieren und zetern: Ähhhh! Das ist ja Mathe! Bäääähhh! Ich WILL NICHT! Der will mich ÄRGERN!

Klar: Ignoranz geht immer und überall anzuwenden.
Und man kann grundsätzlich an jeden Schwachsinn GLAUBEN.

Die Geburtswerte sind einfach nur für diejenigen gedacht, die gern PLANEN und WISSEN möchten - und zwar, BEVOR sie einen Deckhengst auswählen - was dabei herauskommt. Die gern ihre Pferde und ihr Geld OPTIMAL einsetzen wollen. Die gern AN DER SPITZE mitlaufen wollen.

Diese Leute DÜRFEN Erkenntnisse nutzen.
Aber auch die wird niemand dazu zwingen.

Fazit: Die Geburtswerte SIND die Grundlage, auf der die Vererbung in Equilino funktioniert. Das MUSS man aber nicht GLAUBEN. Jeder, der eine einfache Formel zur Einschätzung der Qualität von Hengsten und Stuten haben möchte, DARF diese Geburtswerte dafür benutzen. Und natürlich darf jeder, der ANDEREN Mitspielern eine ordentliche Einschätzung ermöglichen will, diese Geburtswerte bekanntgeben.

Egoisten, die gern Kinder an der Nase herumführen, dürfen das alles gezielt ignorieren. Von Arschlöchern erwartet man nichts anderes.
Ermittlung der Geburtswerte
Die Geburtswerte müssen unter Einsatz von insgesamt 300 Credits im Geburtsjahr eines Fohlens mit einem speziellen Instrument in der Werkzeugbox ermittelt werden (siehe Bild rechts)!

Weil diese Werte so wichtig für einen Vergleich der Zuchtqualität sind, darf man sich nicht wundern, wenn Pferde, für die man diese Werte nicht ermittelt hat, weder im Spielerhandel noch in der Deckstation gern genommen werden. Sie stellen dann eine Katze im Sack dar. Der Käufer muß faktisch mit aufwendigen eigenen Experimenten nachholen, wozu der ursprüngliche Besitzer des Pferdes zu geizig oder zu faul oder zu dumm war.

Die "Geburtswerte" können NICHT durch Austrainieren ermittelt werden, weil...
  1. ...Fohlenbabys (nulljährige Fohlen) auf Equilino überhaupt nicht trainiert werden können.
  2. ...die an den Wertebalken ablesbaren Werte grundsätzlich (ab)gerundet sind, also in der Summe bis zu knapp 3 Punkten falsch (zu tief) liegen.
  3. ...Fohlen wegen der sogenannten "Schwellwertregelung" nicht über Mindestanforderung zur Lizenzklasse 2 hinaus trainiert werden können.
Ein Unterschied im Werteanstieg von 3 Punkten entscheidet in Equilino über Sieg oder Niederlage und kann daher zigtausende Credits Unterschied (oder mehr) im finanziellen Wert eines Pferdes ausmachen. Wir kommen gleich dazu, warum das so ist. Wer denkt, Geld sparen und die Geburtswerte durch Trainieren im ersten Lebensjahr herauskriegen zu können, liegt, wie wir aus den verschiedenen Varianten von Lebenskurven und dem Rundungsfehler ablesen können, selbst am Beginn einer Runde schon bis zu 4.5 Punkten neben dem tatsächlichen Wert, womit diese Angabe, wenn sie denn derart geizig ermittelt wird, nur noch zum Hintern abwischen taugt! Ein Pferd, bei dem diese Werte nicht "ordentlich" ermittelt wurden, ist von vornherein Schrott.

Die "ermittelten Werte" erscheinen rechts unten in der Systeminfo-Box des Pferdes (siehe Bild rechts!). Die dort stehenden Werte werden aber automatisch mit den Geburtstagen des Pferdes verändert: Sie folgen der Lebenskurve und geben die im jeweiligen Jahr geltenden Turnierattribute an, die das Pferd durch Austrainieren maximal erreichen könnte (Konjunktiv!), wenn es denn von den sonstigen Spielregeln her diese Möglichkeit hätte (Konjunktiv!). Tatsächlich kann ein Pferd in seiner Fohlenzeit bereits ab dem zweiten Monat einer Spielrunde diese Werte im allgemeinen nicht mehr durch Training erreichen, weil jene "sonstigen" Spielregeln dieses verbieten (namentlich die sogenannte "Schwellwertregelung").

Das Schöne daran ist: Man braucht jene 300 Credits nur einmal im Leben eines Pferdes - bei seiner Geburt - ausgeben und hat fortan dauerhaft seine jeweils aktuellen Maximalwerte vor Augen und kann sein Training gezielt und weit vorausschauend planen - weil man sich von vornherein ausrechnen kann, wieviele AP's man zum Austrainieren brauchen wird.
Das Problematische: Wer diese Werte nicht schon im Geburtsjahr ermitteln läßt, verbaut sich die Chance, sie jemals mit Sicherheit zu kennen. Für Wertezüchter bedeutet dies, daß solch ein Fohlen kompletter Schrott ist.

Veröffentlichung der Geburtswerte
Die Werte in der Systeminfo-Box sind außerdem nur zum Teil für andere Spieler sichtbar. Namentlich jene Turnierattribute sind NICHT öffentlich sichtbar, weil die Spielemacher dem sprichwörtlichen Pferdehandel (mit Verarschung und Betrug) bewußt gewollt alle Möglichkeiten offenhalten möchten: Das Spiel SOLL auch dazu dienen, das die Kinder ihre Naivität abtrainieren, wozu auch solche Bewährungssituationen gehören. Wer also EHRLICH, AUFRICHTIG und NETT gegenüber seinen Handelspartnern sein möchte, muß diese Werte an eine Stelle kopieren, wo sie öffentlich sichtbar sind. Das ist die Textbox links unter der Pferdeansicht.

Nett ist, wenn man die Infos zur Lebenskurve des Pferdes (also nicht nur die Geburtswerte, sondern die jedes Jahr aktualisierten Maximalwerte aus der Systeminfo-Box) zusammen mit anderen zur Einschätzung des Wertes des Pferdes interessanten Infos komplett in der Textbox des Pferdes zur Verfügung stellt (zum Beispiel wie im Bild rechts). Auf diese Weise kann ein Interessent, der ein Fohlen kaufen möchte, genauer einschätzen, wie sich dieses Pferd bei Turnieren machen wird, sobald es sein 4. Lebesjahr vollendet hat und somit turnierfähig ist. Und ein Interessent für einen Decksprung kann sich die tatsächlich zu erwartenden Werte des resultierenden Fohlens ausrechnen und sich ein Bild darüber machen, ob der Besitzer des Pferdes AHNUNG vom Spiel hat und weiß, was er tut.

Oder eben auch nicht...

Folge ist, daß man...
  1. ...ZWINGEND die Werte wie im Bild oben gezeigt ermitteln MUSS, falls man sie überhaupt zur Verfügung stellen will (und wir erinnern uns, daß diese Bereitstellung wiederum die Voraussetzung ist, daß das Pferd für Wertezüchter ÜBERHAUPT IRGENDEINEN Wert hat, gelle?).
  2. ...die dort zu sehenden Werte ZWINGEND KOPIEREN - und zwar in die Textbox des Pferdes links unten - muß, damit Interessenten sich ein Bild von diesem Pferd machen können. (Wenn man das Pixelchen natürlich geheim halten will oder etwa austesten möchte, wie unvorstellbar blond-blauäugig-naiv der eine oder andere Spieler ist, läßt man das sein...)

Hat man die Geburtswerte nicht zur Verfügung, kann man sich unter Umständen helfen, wenn man genügend Stützpunkte auf der Lebenskurve nach dem Geburtsjahr hat und dadurch eine der typischen Lebenskurven zuordnen und auf ihr zurückrechnen kann. Je länger ich das Spiel beobachte, desto vielfältiger werden allerdings auch die Lebenskurven, die mir begegnet sind, und für desto unzuverlässiger halte ich diese Art des Zurückrechnens. Man bleibt mit hoher Wahrscheinlichkeit bei einem Fehler von bis zu 0.75 Punkten hängen (und auch das nur, wenn man sich auf einen imaginären Mittelwert einzulassen bereit ist).

Vererbung

Die Attribute von Pferden in Equilino sollen sich laut soweit dokumentierten Ideen im allgemeinen aus den Attributen der Eltern / Großeltern (eventuell noch weiter zurückreichend?) und einer Prise Zufall ergeben. Und zwar soll in Equilino mit einem Genmodell gearbeitet werden, welches ein Zufallsverhalten analog dem der mendelschen Gesetze erzeugt (jedes Elternteil hat zwei Gene, aus denen die des Kindes kombiniert werden, indem von beiden Eltern per purem Zufall je ein Gen ausgewählt wird).

Möglicherweise trifft das auf jedes andere Merkmal der Equilino-Pferdchen zu, aber Tatsache ist: nicht für die Vererbung von Turnierattributen. Dort kommt im Gegensatz dazu ein spezielles Verfahren zur Anwendung, welches garantiert, daß mit der Zeit die Turnierattribute stetig steigen (oder wenn man Pech hat und nicht aufpaßt möglicherweise auch fallen) können.

Ich hätte mir ein Equilino auch ohne weiteres ohne eine derartige stetige (und garantierte) Werte-Entwicklung vorstellen können - zumal diese so, wie sie in Equilino umgesetzt wurde, keinen Bezug zur Realität hat. Und die meisten Einsteiger werden auch sicherlich intuitiv erstmal so herangehen, daß sie die Erscheinungen der realen Welt als Vorbild für ihre Überlegungen in Equilino nehmen. Das ist allerdings fatal, wie wir gleich sehen werden.

Andererseits darf man in einem Spiel bekanntlich Regeln ansetzen wie immer man lustig ist. Und die realweltliche Vererbung hat nun eben so gut wie nichts mit der Vererbung in Equilino zu tun. Die Spielemacher wollten das so und dürfen das auch. Die Spieler müssen sich drauf einstellen!

In Equilino ist es so, daß das Vererbungsmaterial bestimmt, WIE SCHNELL sich die Turnierwerte (kontinuierlich) VERÄNDERN. Ich nenne das im folgenden "Werte-Steigerung" oder "Vererbungsqualität" (je nach Aspekt, der im Vordergrund steht).
Das genetische Material bestimmt also die Wertesteigerung von der Elterngeneration zur Kindgeneration. Und damit, wie schnell sich diese Werte im Laufe des Spieles über viele Generationen hinweg entwickeln können. Und damit, wer auf lange Sicht die Nase in Turnieren vorn hat.

Unabhängig vo dieser Wertesteigerung ist die Vererbung von Turnierattributen eine Sache des simplen Durchschnitts: Der Geburtswert des Fohlens setzt sich aus dem Durchschnitt der Geburtswerte der Eltern zusammen - erhöht um die ominöse "Wertesteigerung":

Kindwert = (Vaterwert + Mutterwert) / 2 + Wertesteigerung

Wie die Wertesteigerung bestimmt wird, dazu kommen wir weiter unten im Abschnitt Fehlerhafte Genetik.

Generationen

Nehmen wir mal an, unser genetisches Material bleibt einigermaßen konstant... Wenn wir aus zwei Pferden mit ähnlichen Turnierwerten (Geburtswert GW0 und Vererbungsqualität V) Fohlen zeugen, haben die Fohlen Geburtswerte von GW1 = GW0 + V. Wenn zwei Fohlen mit diesen Geburtswerten wieder zur Zeugung eines Fohlens angesetzt werden, hat dieses Geburtswerte von GW2 = GW1 + V = GW0 + 2 * V. Wenn man auf diese Weise weiter jeweils die jüngsten Fohlen die jeweils nächste Generation zeugen läßt, hat die resultierende x-te Generation Geburtswerte von:

GWx = GW0 + x * V

(Unter der Bedingung, daß ein "lineares Modell" angesetzt wird - dazu später.) Das aktuelle Turnierpotential eines Pferdes wird also wesentlich von der Anzahl der durchlaufenen Generationen und von der Vererbungsqualität bestimmt. Da man Stuten und Hengste aus verschiedenen Generationen zusammenbringen kann, gibt es natürlich jede Menge Mischgenerationen.

Das Fortschreiten auf der Linie der Generationen dauert pro Generation 3 Wochen: Wenn man ein neues Fohlen ansetzt, dauert es genau eine Woche (alias ein Equilino-Jahr), bis es geboren wird, dann nochmal zwei Wochen, bis es geschlechtsreif ist und selbst wieder zum Züchten eines neuen Fohlens eingesetzt werden kann.

Vererbungsqualität

Die durchschnittlichen Pferde haben Verberungsqualitäten von "+6". Es gibt seltene Ausrutscher, die sogar negative (!) Steigerungen bringen sollen. Und es gibt seltene Top-Hengste, die zu Spielanfang Steigerungen bis "+12" bringen (wobei die Qualitätsklasse "+11" das bisher höchste war, was mir begegnet ist). Warum ich hier von "Spielanfang" und von "Qualitätsklasse" rede, kommt weiter unten erklärt...

Dieser Unterschied summiert sich mit jeder Generation von Fohlen ein weiteres mal auf. Wenn man nicht ein wenig Intelligenz in die Etablierung einer "guten" Vererbungsqualität investiert, bleibt man gegenüber den intelligent agierenden Spielern praktisch auf der Stelle stehen - AUCH mit durchschnittlichen Pferden.

Worauf es vor allem ankommt für Wertezüchter - zumindest solange das Spiel noch eine Weile mit Wertesteigerungen läuft - ist also: Seine eigene Zucht so schnell wie möglich dazu zu bringen, die maximal möglichen Steigerungsraten zu erreichen!

In der Anfangsphase des Spieles gibt es eine gewisse Zeit, in der auch weniger gute Pferde weiter vorn in der Werteentwicklung liegen können, weil man die "guten" Pferde erstmal ausfindig machen muß! UND weil man ein gewisses, weiter unten im Detail erläutertes FALSCH IMPLEMENTIERTES Prinzip erkennen und bewußt ausnutzen lernen muß!

Die Moderatoren des Spieleforums haben im Thread Fehlende Vererbungs-Dominanz bei Stuten zugegeben, daß sie dieses Wirkungsprinzip nicht so gewollt haben und sich auch nicht dessen bewußt waren und die diesbezüglichen Bemerkungen von Spielern weiter "aufmerksam verfolgen" wollen...

Dies bedeutet in diesem speziellen Fall allerdings mitnichten, daß ein "Hack" ausgenutzt wird, um an Vorteile zu kommen. Ganz im Gegenteil: Es ist explizit dokumentiertes GEWOLLTES Prinzip, daß sich jeder Spieler frei im Spielermarkt orientieren soll und darf und Decksprünge und Pferde vollkommen frei nach eigenem Geschmack kaufen soll und darf! Und es gibt keinerlei einschränkende Festlegungen dazu, wie dieser Geschmack auzusehen habe. Es gibt speziell kein Verbot dagegen, daß sich dieser privat-persönliche Geschmack an irgendwelchen Zusammenhängen der Spielmechanik orientiert.

Mir sind inzwischen bei Suchen im Internet solcherart Interpretationen von Seiten der Equilino-Spieler begegnet. Mal ehrlich: Wer dermaßen blöd ist, daß er in einem Wirtschaftssimulationsspiel die Wirtschaftsoptimierung als verbotenen "Hack" ansieht, gehört für seine Dummheit bestraft, gelle?!

Diese beiden Dinge (Pferde finden, die weit vorn liegen UND dabei auch noch gut vererben, so daß die Nachkommen auch weiterhin vorn bleiben) bekommen die meisten Equilino-Spieler schlicht nicht auf die Reihe. Und selbst die Spitzen-Spieler, die dieses Prinzip gefressen haben, brauchen eine Weile, ehe sie die richtigen Pferde gefunden und sich darauf eingeschossen haben. Daher regiert gerade in der Anfangszeit erstmal eine Weile Chaos.
Spätestens seit Ende Januar (nach etwa 6 Wochen Spielzeit) ist aber die Chaos-Zeit für die Spitzensüpieler vorbei gewesen. Wer weiter mit Steigerungen von nur "+6" vor sich hin züchtet, fällt kontinuierlich mit jeder Fohlengeneration weiter hinter den Spitzenzüchtern zurück.

Zusätzlich dazu ist es natürlich neben einer hohen Steigerungsrate notwendig, AUCH auf einen möglichst hohen Geburtswert der Zuchtpferde zu achten. So wie die Wertesteigerung neben dem akkumulierenden Effekt den Wert des Kindes auch unmittelbar bestimmt, hängt der natürlich AUCH von den beiden Geburtswerten der Eltern ab.

BEIDES - die Geburtswerte UND die Wertesteigerung - sind zu beachten, wenn man möglichst weit vorn mitreden will! BEIDES sollte man zu handhaben lernen, wenn es darum geht, sich die richtigen Pferde im Spielerhandel und in der Deckstation auszusuchen!

Allgemeine Werteentwicklung

(Lineares versus Exponentielles Modell)

Wenn man seinen eigenen Platz in der Gemeinschaft der Wertezüchter - zum Beispiel hinsichtlich Preisen für Decksprünge und Pferdeverkäufe - einschätzen will, braucht man eine Vorstellung von der Entwicklung der gesamten Gemeinschaft um einen herum. Equilino ist ein sehr dynamisches Spiel! Wenn man sich heute über ein Fohlen mit Wert x (völlig egal, welcher konkret, gelle?!) freut, wird man sich eine, spätestens zwei Wochen später über ein solches Fohlen vielleicht schon ärgern, weil es einem nur wertvollen Stallplatz belegt.

Eine typische Masche von "wissenden" Spielern ist es, eine typische Naivität von Kindern auszunutzen, die eine Vorstellung von "Dynamik" noch nicht entwickelt haben. Da heißt es dann in der Anpreisung der Krücken-alten Stute im Spielermarkt: "Hat viele tolle Fohlen mit Spitzenwerten zur Welt gebracht"...

Ja. Hat sie. Sicherlich.
In grauer Steinzeit!
Vor vielen Wochen!
Da WAREN es mal Spitzenwerte.

Nach jeweils zwei Fohlen wird JEDE Stute - egal wie spitzenmäßig sie ist - von ihrem eigenen Nachwuchs überrollt. Das ist eine zwingende, simple Schlußfolgerung daraus, daß die Werte mit jeder Generation einen Sprung nach vorn machen. Das ist immanentes Spielprinzip bei Equilino!

Bei Hengsten ist es dasselbe, gelle?!



Übrigens ist es diese Ausnutzung von Naivität von Kindern und die gleichzeitige bewußte Unterlassung jeder Aufklärung, die mich regelmäßig auf die Palme bringt und mich zu sarkastisch bissigen Kommentaren treibt: Ich erachte solches Verhalten als - ersnthaftes - Verbrechen, vor allem, solange es von Erwachsenen kommt und gegen Kinder gerichtet ist. Es ist solches Verhalten, welches eine von Egozentrismus zerfressene Gesellschaft erhält - und zwar "von unten", nicht etwa von irgendeiner Obrigkeit verschrieben! Es ist das blöde Volk, was seine eigene Blödheit zementiert! Pisa läßt grüßen!

Equilino sollte dazu beitragen, die Kinder darüber aufzuklären, wie eine sich dynamisch entwickelnde Gesellschaft funktioniert. Nicht dazu, wie man egoistisches, irreführendes Verhalten optimiert, um seinen eigenen Arsch so breit wie möglich in die Welt zu drücken!



Zurück zum Anliegen: Die Turnierwerte entwickeln sich kontinuierlich nach oben. Die davon für die Vererbung relevanten Geburtswerte sind allerdings für jedes Pferd mit seiner Geburt festgenagelt. Ein Pferd entwickelt sich in seiner Lebenszeit nicht mehr (nicht einen einzigen Punkt) nach oben, gelle? Nochmal zur Erinnerung: Für die Vererbung hat die Lebenskurve eines Pferdes absolut keinen Einfluß, OK!?

Das hat zwingend zur Folge, daß jedes Pferd über sein Leben hinweg einen kontinuierlichen Werte- bzw. Preisverfall erlebt. Sein Wert zur Zucht ist im Moment seines 2. Geburtstages am höchsten und fällt dann jeden Tag fortlaufend ab. Wie stark dieser Werteverfall gemessen im Preis ist, legt Ihr selbst mir Eurem eigenen Verhalten fest:

Wieviel Geld G seid Ihr bereit, MEHR auszugeben, um an einen Decksprung zu kommen, der T Tage in der allgemeinen Werteentwicklung um Euch herum weiter vorn liegt?
Werteverfall = G / T

Nochmal zur Klarstellung: Je mehr Ihr selbst bereit seid, für einen Vorsprung (bzw. guten Platz) in der Entwicklung der Equlino-Gemeinschaft auszugeben, desto höher ist der Preisverfall, mit dem Ihr rechnen müßt, wenn sich die Nachbarn ähnlich verhalten. Womit zu rechnen ist, gelle?!

Zur Beurteilung Eures eigenen Platzes in dieser allgemeinen Entwicklung benötigt man ein möglichst genaues Modell davon. Denn wohl niemand dürfte in der Lage sein, per Hand die tausenden existierenden Pferde täglich für seine Entscheidungen abzugrasen, gelle?!

Das derzeitige (Mai 2011, nach 5 Monaten Teilnahme) Werte-Vererbungs-Modell sieht so aus, daß es eine exponentielle Phase am Anfang gegeben hatte, die inzwischen in eine lineare Phase übergegangen ist. Die Details einschließlich Fomeln dazu werden weiter unten erläutert. Uns geht es hier erstmal um einen allgemeinen Eindruck von der Entwicklung der Turnierwerte im Equilino-Universum.

Im Bild rechts ist diese allgemeine, globale Entwicklung in Form von Approximationslinien auf Basis der Entwicklung in meinen eigenen Ställen dargestellt. Diese Etwicklung hängt etwa 2...3 Wochen hinter der Spitzenfront zurück. Die Exponentialkurve galt nur im Abschnitt bis zu Turnierwerten von 125 (durchgezogene Linie). Von dort ab findet eine lineare Entwicklung statt (gestrichelte Linie). Details dazu weiter unten...

Wie zu sehen ist, wird das Spiel, falls sich an der Vererbungsmechanik nicht nochmal groß was ändern sollte, gegen Weihnachten 2011 an der Werteobergrenze anstoßen, dann noch ein wenig am Nachziehen der verschiedenen reinrassigen Zuchten herumhängen, die alle etwas schwerfälliger hinterherkommen, und dann wird es auch schon wieder in eine neue Runde gehen...

Wenn alles optimal klappen würde, könnten sich die Attribute der Spitzenspieler um 12,5 Punkte pro 3 Wochen weiterentwickeln (Begründung weiter unten...). Leider stehen dem viele Faktoren im Wege:
  • Inzucht
  • Fehlschläge
  • Bakterienbefälle
  • Hengst- oder Stutenflauten
  • Mutationen
Alle diese per Zufall wirkenden Faktoren resultieren darin, daß auch bei den besten und glücklichsten Spielern nur ein gewisser Anteil der theoretisch optimalen Entwicklungsgeschwindigkeit erreicht wird. Als derzeit gültiger Faktor (Stand 15.05.2011) wirkt offenbar 0,85 (laut Bericht der Spielerin Mata Hari). Das entspricht einer Steigerung von 10,5 Punkten pro 3 Wochen.
Als grober Anhaltspunkt darf man ansetzen: Je Woche entwickelt sich jedes Turnier-Attribut um einen Punkt weiter. Die Summe der Attribute also um drei Punkte. (Exakter entsprechend dem Faktor 0,85 ist: 3,5 Punkte je Woche.)

Fehlerhafte Genetik

Sollzustand
Dominanz von Hengsten
Die tatsächlichen Vererbungsgesetze
Qualitätsklassen (Die Abhängigkeit der Steigerung)
Logische Konsequenzen
Nachträgliche Einkreuzung einer hohen Vererbungsqualität

Sollzustand

Laut Equilinothek und den verfügbaren Aussagen der Moderatoren und Administratoren sollte die Vererbung eine Angelegenheit von Genkombinationen und natürlich Zufall sein. Und die Gene soll es in "rezessiver" und "dominanter" Form geben. Und jedes Pferd soll immer zwei davon haben, die bei der Vererbung nach Zufall gemischt werden. Außerdem soll es noch zufällige Mutationen geben, die wir aber in unserer Betrachtung erstmal außen vor lassen können, denn wie wir gleich sehen werden, ist Zufall ein ausgesprochen rares Gut in Equilino...

Laut dem, was im Forum und in der Equilinothek steht - was zu einem kleinen Teil auf Aussagen von Mitarbeitern der Spielefirma, zu einem großen Teil auf Eindrücke und Modelle verschiedener Spieler und zum Teil auf Dinge wie die Genanalyse zurückgeht -, sollte die Eigenschaftsausprägung und die Vererbung analog der im realen Leben funktionieren:

Eigenschaftsausprägung:
Vererbung:
Wenn das Vererbungssystem tatsächlich SO der Fall wäre, müßte sich das in der Statistik der Wertesteigerungen der Fohlen widerspiegeln, indem die Attribute der Fohlen rabiat zufällig schwanken. Zum Beispiel so wie im Bild rechts (konstruiert mit gleichem Hengst, aber verschiedenen Stuten, wobei angenommen wird, daß die Wertesteigerung um den Normalwert 6 herum schwankt und aus drei Einzelwerten zusammengesetzt wird).

Egal, wie wir in diesem System die Verteilung von Dominanzen organisieren würden: Die resultierenden Steigerungen würden auf jeden Fall zufällig verteilt bleiben. Wir können auch mal sowas wie die Mendelschen Versuchsreihen starten, indem wir die Attribute des Hengstes deutlich von denen der Stuten trennen. Dann erhalten wir je nach Dominanz-Verteilung die typischen kombinatorischen Verteilungen, die auch Mendel bei seinen Versuchen festgestellt hat. Bei alledem bleiben die Fohlen-Werte in den Werteclustern genauso zufällig verteilt wie im Bild nebenan.

Dominanz von Hengsten

Die TATSACHEN liegen anders: Die Wertesteigerungen sind bis auf vernachlässigbare Restfehler absolut konstant bezüglich der Hengste. In den seltenen Fällen von Ausreißern, wo sie das nicht sind, ist es bei mir soweit immer noch der Fall gewesen, daß ich mich verrechnet oder schlicht vertippt haben konnte oder daß mir die tatsächlichen Geburtswerte der Eltern nicht zur Verfügung standen und ich dort also eh schon pure Vermutungen eingesetzt hatte.

Die Steigerungs-Werte der Fohlen sind wie rechts zu sehen gegenüber dem, was die Stuten mitbringen, verteilt. Das ist nach den Zufallsgesetzen der Vererbung nicht möglich. Das bedeutet zwingend, daß die Wertevererbung nicht nach üblichen Vererbungsgesetzen und schon gar nicht getreu der (ohnehin spärlichen) Dokumentation in der Equilinothek implementiert ist.

Geringe Restfehler gegenüber den erwarteten Werten führe ich auf Rundungsfehler zurück, da das System offenbar nur mit einer Stelle hinter dem Komma rechnet und drei Attribute einzeln zu berechnen sind, wo sich jedesmal ein Zehntel Fehler einschleichen kann. Abweichungen von +/- 0,3 sind deshalb als normal anzusehen.

Die tatsächlichen Vererbungsgesetze

Womit wir bei der Klärung der tatsächlichen Gesetze wären...
Die lauten ganz simpel und ohne jeden Zufall...

Kindwert = (Vaterwert + Mutterwert) / 2 + Vatersteigerung

...sofern wir die "Werte" als Geburts-Werte ansetzen.

Nochmal zum Nachfassen: Das "andere" an dieser Darstellung ist DAS FEHLEN jedweder natürlicher (Zufalls-bestimmter) Vererbungsgesetze. Die Vererbung in Equilino ist erstens ein komplett deterministischer Prozeß und zweitens ein Hengst-seitig dominierter. Er hat NICHT mit Genetik zu tun!

Ich hatte ebenfalls zwischendurch die Idee verfolgt, daß der Bezugswert für diese Werteberechnung eventuell ein anderer als der Geburtswert sein könnte. Das hat sich allerdings als Unsinn herausgestellt, weil auf Basis der Geburtswerte tatsächlich eine extrem einfache und perfekt passende Formel entsteht, während jedes andere Modell komplexer werden würde.
Nun ja: Und da die Wahrscheinlichkeit, daß unter vielen möglichen Modellen das einfachere den Tatsachen am nächsten kommt, stets am höchsten ist, lassen wir es dabei!

Für den Vergleich des Wertes verschiedener Hengste für den Geburtswert des unmittelbar folgenden Fohlens ziehen wir einfach den Vaterteil aus diesem Term heraus und nennen ihn zum Beispiel "Vererbungsindex":

Vererbungsindex = Vaterwert / 2 + Vatersteigerung

Wer die Hengste nach diesem Index sortiert, wird merken, daß Hengste mit hoher Vererbungsqualität (hier "Vatersteigerung" genannt) einen viel höheren Wert als ihre Konkurrenz haben - selbst für das nur unmittelbar resultierende Fohlen (also abgesehen davon, daß sie diesen Vorteil über Hengstkinder auch noch kontinuierlich an Folgegenerationen weitergeben).

Äquivalenz für die unmittelbar folgende Generation:
Also: Um mit einer x-beliebigen Stute ein Fohlen mit gleichem GW zu zeugen, braucht man bei einen "normal" vererbenden Durchschnitts-Hengst einen GW 110, bei einem Klasse-11-Hengst dagegen nur einen GW von 100.
In der Praxis wirkt das aber andersrum: Wenn man einen Klasse-11-Hengst (spitze) und einen Klasse-6-Hengst (Durchschnitt) mit gleichem GW-Wert zur Auswahl hat, kann man mit dem Klasse-11-Hengst halt ein Fohlen zeugen, welches um rund 6 Punkte bzw. zwei Wochen in der allgemeinen Entwicklung des Spielerfeldes (siehe Grobabschätzung dazu im Abschnitt oben) weiter vorn liegt.

Wobei sich solche Wahlmöglichkeiten allerdings nur zu Beginn des Spieles auftun. Im Laufe der Entwicklung setzen sich schon nach wenigen Monaten zwingend die absoluten Spitzen-Vererbungslinien durch, so daß es immer seltener wird, daß von den weniger gut vererbenden Hengsten überhaupt irgendwas sinnvoll zur Auswahl steht.

Aber es geht noch weiter...

Qualitätsklassen (Die Abhängigkeit der Steigerung)

Die Steigerung im Vererbungsgesetz ist ihrerseits ebenfalls nochmal von verschiedenen Größen in ihrer Umgebung abhängig und unterliegt gewissen Einschränkungen und Tendenzen. Folgendes stellte sich bei statistischen Analysen heraus (vergleiche mit dem Bild rechts):
  1. Die Steigerung gibt es quantisiert in Qualitäts-Klassen. Die Qualitäts-Klassen unterscheiden sich so, daß zu Anfang des Spieles die Steigerungen der Summe aller Attribute in den Klassen sich um genau einen Punkt unterscheiden.

    Soll heißen: Vom Anfangspferd (welches man vom "Systemhändler" geschenkt bekommt oder von diesem kauft) zum ersten selbst gezüchteten Fohlen steigt die Attributsumme um exakt eine ganze Zahl...
    • maximal bisher gesehen: 11 Punkte je Generation.
    • normal üblich: 6 Punkte je Generation.
    • minimal bisher gesehen: 0 Punkte je Generation.
    Ich vermute allerdings mehr Systematik dahinter und deshalb einen Maximalwert von 12, den ich nur bisher noch nie gefunden habe.

    Die Qualitätsklassen benenne ich in meinen Dokumenten nach jener Steigerung, die ganz zu Anfang des Spieles - vom Systemhändlerpferd ausgehend - vorhanden ist. Ein "Klasse-11-Hengst" ist also einer, der bei Geburtswerten um 100 eine Steigerung von 11 liefert.

  2. Die in einer Qualitätsklasse konkret zur Anwendung kommende Steigerung wird abhängig vom Durchschnittswert der Eltern erhöht. Das Bild rechts oben stellt diesen Zusammenhang dar: Die x-Achse stellt den Elterndurchschnitt dar, die y-Achse den Faktor, um den die Qualitätsklasse erhöht wird (mit dem sie multipliziert wird, gelle?).

    Dieser Faktor ist exakt linear abhängig, wird aber beim Elterndurchschnitt von rund 125 gekappt:
    W  = D + V;                      // FohlenWerte = ElternDurchschnitt + HengstVererbung
    D  = (S + H) / 2;                // ElternDurchschnitt = Durchschnitt von StutenWerten und HengstWerten
    V  = min(VM,VL);                 // HengstVererbung = VererbungMultipliziert, gekappt beim VererbungsLimit
    VM = Q * F;                      // VererbungMultipliziert = Qualitätsklasse mal Faktor
    F  = (1+(D-100)*(Q-6)/1000);     // Faktor = ...na ja: Siehe Formel!
    VL = Q + (Q-6) * 0,3;            // VererbungsLimit = Siehe Formel!
    

    In der Praxis ist der "Faktor" unhandlich. Sinnvoller ist die Darstellung der "Vererbung"...
    VD
    100105110115120125130135140150200300
    Q 0-1,8-1,8-1,8-1,8-1,8-1,8-1,8-1,8-1,8-1,8-1,8-1,8
    1-0,5-0,5-0,5-0,5-0,5-0,5-0,5-0,5-0,5-0,5-0,5-0,5
    2 0,8 0,8 0,8 0,8 0,8 0,8 0,8 0,8 0,8 0,8 0,8 0,4
    3 2,1 2,1 2,1 2,1 2,1 2,1 2,1 2,1 2,1 2,1 2,1 1,2
    4 3,4 3,4 3,4 3,4 3,4 3,4 3,4 3,4 3,4 3,4 3,2 2,4
    5 4,7 4,7 4,7 4,7 4,7 4,7 4,7 4,7 4,7 4,7 4,5 4,0
    6 6,0 6,0 6,0 6,0 6,0 6,0 6,0 6,0 6,0 6,0 6,0 6,0
    7 7,0 7,0 7,1 7,1 7,1 7,2 7,2 7,2 7,3 7,3 7,3 7,3
    8 8,0 8,1 8,2 8,2 8,3 8,4 8,5 8,6 8,6 8,6 8,6 8,6
    9 9,0 9,1 9,3 9,4 9,5 9,7 9,8 9,9 9,9 9,9 9,9 9,9
    1010,010,210,410,610,811,011,211,211,211,211,211,2
    1111,011,311,611,812,112,412,512,512,512,512,512,5
    1212,012,412,713,113,413,813,813,813,813,813,813,8
    Die Klasse 12 ist hypothetisch angegeben. Bisher ist mir noch kein Hengst dieser Klasse begegnet.

Die Interpretation der Wertesteigerungen führt zu folgenden Schlußfolgerungen:
Soweit die Theorie, soweit sie derzeit aus den mir vorliegenden Daten zu erkennen ist. Ich habe soweit nur statistisch relevantes Material von den recht guten Qualitätsklassen (ab 9 aufwärts) vorliegen. Ob sich die Tendenz bei den schwachen Qualitätsklassen nach unten hin fortsetzt, kann ich also nicht sagen.

Das Modell ist absolut exakt bis auf Fehler, die inzwischen ohne Zweifel auf reine Rundungsfehler zurückzuführen sind. Die Quantisierung der Abweichungen in je Klasse genau drei Bänder (siehe Diagramm der Steigerungsfaktoren weiter oben) läßt keinen Interpretationsspielraum.

Logische Konsequenzen

Eine ganze Palette von Dingen folgt aus der Erkenntnis der tatsächlichen Vererbungsgesetze:
  1. Die "Genanalyse" darf man in dieser Runde getrost in die Tonne kloppen! Sie hat mit den Tatsachen nichts zu tun und dient ausschließlich dazu, den Spielern reales(!) Geld aus der Tasche zu ziehen (weil sie sagenhaft teuer und nur für Equis zu haben ist: 100 Equis entsprechend 5 Euros) - ohne jeden Gegenwert.
  2. Es ist komplett sinnlos, sich über Vererbungsqualitäten (Werteverbesserung) von Stuten einen Kopf zu machen, weil die NICHTS zur Vererbungsqualität (Werteverbesserung) zu sagen haben!
  3. Es ist von entscheidender Bedeutung, die Hengste nach Vererbungsqualitäten (Werteverbesserung) auszuwählen und zu züchten!
  4. Eltern-Hengste geben ihre Vererbungsqualitäten direkt an ihre Kind-Hengste weiter. Ob dagegen eine Stute was erbt und was sie erbt, ist vollkommen schnurz, denn sie hat ja eh nichts zu sagen!

    Es kommt also darauf an, durchgehende "gut vererbende" Hengst-Linien zu züchten!
    Es ist dagegen völlig schnurz-pipe, aus was für Linien Stuten kommen!

  5. Wenn man Hengste von außerhalb einkreuzt, von denen man nichts genaues zur Vererbungsqualität weiß, weil die Erzeuger es nicht kapiert haben oder sich einfach nicht dafür interessieren (aber die sichtbaren Attribute einen hinreichend hohen Geburtswert vermuten lassen, der für sich betrachtet schon so hoch ist, daß sich dennoch ein Einkreuzen lohnen könnte), kann man daraus entstehende Stuten unbesehen weiter zur eigenen Zucht verwenden. Denn sie haben außer dem Geburtswert eh nichts zu sagen - gelle? Resultierende Hengste dagegen sollte man einer gründlichen Prüfung nach ihrem 2. Geburtstag unterziehen, bevor man sich entschließt, sie massenhaft in der eigenen Zucht einzusetzen.

    In den meisten Fällen sind jene Hengste in der öffentlichen Deckstation, die sehr hohe Basiswerte haben, der vererbungstechnische Ausschuß der Spitzenspieler. Weil die meisten der derzeitigen Spitzenspieler es ganz fett heraushängen lassen, daß sie ihre Errungenschaften mitnichten der Öffentlichkeit zugänglich machen wollen.
    Das ist nichts verbotenes! Und es ist explizit und vielfach "von denen" so im Forum deklariert worden. Wer das dann dennoch stur ignoriert, ist natürlich selbst dran schuld...

    Das bedeutet selbstredend natürlich, daß man fast immer die Hengstnachkommen aus Fremdeinkreuzungen nicht für die eigene Zucht verwenden kann. Also Vorsicht mit den Hengstnachkommen bei Decksprüngen aus der öffentlichen Deckstation! ZUR HÄLFTE produzieren diese Ausschuß!

    Es sei denn - natürlich -, man hätte gesicherte Kenntnisse über gute Vererbungsqualitäten vorliegen!
    Siehe dazu auch Deckstation und Spielerhandel, Auswahl und Preise!

Nachträgliche Einkreuzung einer hohen Vererbungsqualität

Es geht noch weiter... Eine hohe Vererbungsqualität eines vom Basiswert her schwachen Hengstes kann man, wenn man das System verstanden hat, bei ordentlicher Zuchtplanung innerhalb weniger Generationen in eine bereits vorhandene Linie mit weit höheren Basiswerten einzüchten - wegen dem Prinzip des zwischen den Eltern geteilten Basiswerte-Einflusses. Es läuft auf eine Kaskade von Halbierungen des Werterückstands hinaus; wir sehen uns das am besten in einem Beispiel an...

Das Diagramm rechts zeigt ein Fallbeispiel, wo wir links einen bereits fortgeschrittenen Spieler haben, der es aber nicht geschafft hat, eine hohe Wertesteigerung in seine Zucht zu bringen ("dummer alter Hase"). Wir sehen, wie sich seine Werte bestmöglich weiterentwickeln können, wenn er ansonsten absolutes Glück hat (keine weiteren Verzögerungen durch sonstwas für Ursachen), aber pur in seinem eigenen Stall bleibt.

Rechts davon haben wir einen Anfänger-Spieler, der sich mit Hilfe von extrem teuren Hengsten aus dem Systemhandel (und möglicherweise ordentlich viel Glück) eine Basis für eine sehr starke Vererbung geschaffen hat, aber noch ganz am Anfang seiner Entwicklung steht ("cleverer Anfänger"). Auch hier sehen wir die Entwicklung, wenn der Spieler pur in seinem eigenen Stall bleibt.

In der "Mischzucht" sehen wir, was passiert, wenn der "clevere Anfänger" seine HENGSTE mit STUTEN des "dummen alten Hasen" kreuzt: Innerhalb von nur 4 Generationen hat er den Rückstand aufgeholt und überholt von da ab dank seiner hohen Steigerungen den alten Hasen.
Ab der 5. Generation kann er in seinem eigenen Stall fortsetzen wie in der Spalte "Reinzucht" rechts daneben dargestellt (von da ab würden ihn Kreuzungen mit dem "dummen alten Hasen" wieder behindern).

Übrigens ist das Erbmaterial am Ende der Mischzucht nahezu komplett an das aus der Stutenlinie angepaßt BIS AUF die Turnierwerte - weil alle anderen Merkmale nach den soweit dokumentierten Vererbungsgesetzen (nach Zufallsprinzip - zur Hälfte von der Stute bestimmt bzw. bei der Rasse einfacher Mittelwert) funktionieren (sollten). Man kann also bessere Turnierwerte jederzeit selektiv in vorhandene Linien vollkommen anderer Rassen und vollkommen anderen Aussehens einkreuzen.

Ganz rechts haben wir nochmal einen "cleveren alten Hasen" dagegen gesetzt, der aber eine noch nicht ganz so perfekte Wertesteigerung in seinem Stall etabliert hatte. SELBST DEN kann der "clevere Anfänger" noch bis zum Spielende einholen, falls er ordentlich aufpaßt und Glück hat. Hätte der "clevere Anfänger" gar seine Hengste mit auch nur dem vererbungstechnischen AUSSCHUSS des "cleveren alten Hasen" gekreuzt (mit Stuten, die ja eh nichts zur Wertesteigerung zu sagen haben), hätte er diesen eiskalt im Regen stehen lassen.

Wir sehen also: Eine hohe Vererbungsqualität ist erdrückend wichtig, um im Spiel die Nase vorn zu haben!

Deckstation und Spielerhandel, Auswahl und Preise

Der Wert der Attribute

Nach dem oben beschriebenen Prinzip der Hengst-Dominanz ist es trivial einsehbar, wonach man in der Deckstation suchen sollte:
Nun versteht es sich von slebst (mit trivialem mathematischen Einfühlungsvermögen), daß man Hengste mit besserer Vererbung im allgemeinen vorziehen sollte. Für die folgenden Betrachtungen behalten wir mal im Hinterkopf, daß es durchaus Situationen geben kann, wo es Sinn macht, einen Hengst aus der öffentlichen Deckstation zu nehmen, der zwar keine besonders gute Vererbungsqualität hat, aber deutlich bessere Werte als die Hengste im eigenen Stall (oder der nicht wegen Inzucht verhindert ist), so daß es sich lohnen oder gar notwendig sein kann, diese den eigenen vorzuziehen...

Letztlich betrachten wir hier mal die genauen quantitativen Verhältnisse zwischen verschiedenen Hengst-Attributen...

Es gibt einen wesentlichen quatitativen Unterschied im Einfluß der beiden Größen "Geburtswert" und "Vererbungsqualität" auf das unmittelbar resultierende Fohlen (was als Kriterium relevant ist, falls eine Stute herauskommt): Falls man also nur an dem umittelbar resultierenden Basiswert eines Stutenfohlens interessiert wäre, würde man dennoch DOPPELT SOVIEL von einer höheren Vererbungsqualität haben als von einem höheren Basiswert des Hengstes.

Andererseits haben wir noch das Diagramm über die Mischzüchtung zwischen Stuten mit hohen Basiswerten und Hengsten mit hoher Vererbungsqualität in Erinnerung, nicht wahr? Das bedeutet, daß STUTEN (und NUR Stuten) im Spielerhandel einen Wert unabhängig von der Vererbungsqualität ihrer Eltern haben und dieser ebenso hoch angesetzt werden kann wie der Wert einer hohen Vererbungsqualität, denn nur BEIDES ZUSAMMEN garantiert einen Platz im Spitzenfeld. Und für Hengste bedeutet dies, daß ein mangelnder Geburtswert kein lange anhaltendes Manko sein muß - wenn man nur versteht, wie man einkreuzen muß!

Und noch einen Zusammenhang hatten wir kennengelernt (siehe Die Abhängigkeit der Steigerung): Je höher die Qualitätsklasse eines Hengstes eh schon ist, desto schneller steigt der Wertezuwachs nochmal extra mit den ohnehin schon ansteigenden Basiswerten!

Der Wert der Vererbungsqualität eines Hengstes ist also IN DREIFACHER HINSICHT wichtiger und wertvoller als der Basiswert eines Hengstes:
Es versteht sich damit wohl von selbst, daß die Vererbungsqualität insgesamt vielfach wertvoller ist als die Basiswerte eines Hengstes, gelle?

Das hat logische, naheliegende Konsequenzen für die Preise von Hengsten in der öffentlichen Deckstation wie im Spielerhandel sowie die Preise von Stuten im Spielerhandel:

Tipps zur Preisbildung

Die Tipps hier beziehen sich ausschließlich auf Wertezucht. Andere Aspekte wie hübsches, gefragtes Aussehen können zusätzlich wirksam sein und den Preis weiter modifizieren. Weil jene anderen Aspekte aber völlig dem individuellen Geschmack geschuldet sind, die Turnierwerte dagegen einem einfachen mathematischen Zusammenhang zum Erfolg folgen, lasse ich alles außer den Turnierwerten jetzt außen vor...

Man kann übrigens auch von noch ganz anderen Interessen ausgehen, wie zum Beispiel, daß man die Spielmechanik kennelernen oder testen möchte oder daß man den Wert eines Hengstes erstmal "ausprobieren" möchte und ihn dazu unbedingt eine Woche lang täglich decken lassen möchte. Diese Interessen können die folgenden Tipps komplett außer Kraft setzen, gelle? Jeder kocht sich seine eigene Suppe (oder so ähnlich...)!

Wenn Ihr Euch mal in die Lage eines Spielers versetzt, der einen Deckhengst sucht, und Euer Denken ein klein wenig in die Richtung gehen laßt, daß Ihr Euch dem Suchenden gegenüber genauso verhaltet wie Ihr Euch wünschen würdet, daß andere sich Euch gegenüber verhalten, wenn Ihr mal suchen solltet, kommt Ihr schnell auf die allgemeine Formel, daß ein Decksprung umso teurer sein sollte, je wertvoller er zum "Weiterkommen" im Spiel ist - und letzteres bedeutet in diesem Fall die kontinuierliche Weiterentwicklung der Turnierwerte.

Leider vergessen fast alle von Euch, daß dies logischerweise auch heißt, daß ein Pferd, welches der "kontinuierliche Weiterentwicklung" hinterherhinkt, einen geringen Wert hat. Und weil sich die Geburtswerte eines Pferdes (und die Vererbungsqualität eines Hengstes), die den Wert für die Wertezucht festsetzen, im Laufe des Lebens eines Pferdes nicht mehr ändern, der Rest der Spielwelt sich aber fortlaufend durch Geburten neuer Pferde weiterentwickelt, bedeutet das, daß ein einzelnes, konkretes Pferd zwingend kontinuierlich im Laufe der Zeit vom Preis her verfallen muß. Das heißt auch, daß ein Pferd für die Wertezucht mit seiner Geschlechtsreife mit 2 Equilino-Jahren (2 Wochen) am wertvollsten ist und dann nur noch fortlaufend im Wert verfällt. OK?
Nun ja: Das ist der TATSÄCHLICHE Wert eines Pferdes für Wertezüchter. Weil viele Spieler sich aber nichts aus der Spielmechanik und den Marktgesetzen machen und ziemlich blauäugig-blond handeln, weichen die Tatsachen des Marktes erheblich von sinnvollen Zusammenhängen mit der Spielmechanik ab: Weil sie die Lebenskurve eines Pferdes nicht aus dessen Zuchtwert herausrechnen, werden von den meisten Spielern alte, längst für ernsthafte Wertezucht untaugliche Hengste bevorzugt. Eventuell muß das aber auch so sein: Wer so naiv und dumm ist, daß er nicht mal auf in aller Ausführlichkeit dargelegte Erläuterungen hört, muß die negativen Konsequenzen eben tragen!

Was brauchen wir nun zur Preiseinschätzung?

Wieviel Geld steht einem "normalen" Spieler für Decksprünge zur Verfügung

Überlegt bitte, woher das Geld im Spiel kommen kann und wieviel davon sinnvollerweise für Eure Mitspieler zur Verfügung stehen kann! Ihr werdet unschwer merken, daß es um Reitstunden geht. Ein Großteil der Spieler muß sich hinsetzen und Pixel schrubben. Einige werden auch reales Geld investieren, um leichter oder schneller an Spielgeld heranzukommen. Jeder nach seinen Vorlieben!

Jetzt denkt Euch einen vernünftigen Rahmen dafür aus, wieviele Reitstunden man im allgemeinen pro Woche in einem Stall verfügbar hat und wieviel davon für Decktaxen ausgegeben werden kann! Ihr werdet folgendes merken:
  • Ein durchschnittlicher Zuchtstall ist nur zu etwa 1/3 mit arbeitsfähigen Pferden besetzt.
  • Zwei Drittel des Stalls sind im Durchschnitt mit Stuten besetzt
    (weil jeder Hengst mitsamt Fehlschlägen etwa 4...5 Stuten pro Woche bedienen kann)
  • Bei Spielern mit einfachen Konten werden regelmäßig vielleicht die Hälfte der Decksprünge von außerhalb des eigenen Stalls kommen müssen. Bei Spielern mit mehrfachen Konten deutlich weniger, aber dennoch von Zeit zu Zeit eine ganze Reihe wegen Inzucht.
Das Drittel arbeitsfähige Pferde im Stall muß also regelmäßig die Decktaxen für rund ein Drittel der Pferde im Stall erarbeiten.

Nun haben die Pferde im Stall dafür jeweils eine Woche Zeit. Sie können derweil maximal etwa 500 Credits pro Tag "weglegen" (ein paar braucht man zur Pflege und ein paar mehr zum Beispiel für den Klub und für den Stallausbau). Das sind in einer Woche 3500 Credits. Die sind ein "normaler" Preis für einen "normal-guten" Decksprung, mit dem man in seiner Führungsposition bleiben kann und den man mit einem Spieler austauscht, der in Konkurrenz steht. Wir gehen mal ab jetzt davon aus, daß wir diesen Preis ansetzen für einen Decksprung mit einer "normalen" Referenzqualität.

Alles, was besser ist, wird teurer sein können.
Alles, was schlechter ist, wird billiger sein müssen.
Wie wir die Referenzqualität festlegen, sehen wir gleich im Anschluß.

Wer richtig gut sein will, muß mehr als normal "schuften" oder sich große (oder mehrere) Ställe halten, so daß er auf Decksprungaustausch nicht angewiesen ist. Man kann sich natürlich auch einen Freundeskreis schaffen, innerhalb dessen alle Leute gern und gleichmäßig Decksprünge austauschen. Dann ist der Preis dafür eh egal - es kommt nur auf den gleichmäßigen Austausch an (das ist übrigens die Crux bei JEDEM Finanzsystem, welches man robust zum Zwecke des Austauschs machen will, damit sich die Gesellschaft drumherum optimal entwickeln kann: Es muß für GLEICHMÄSSIGEN Austausch gesorgt werden - dieses Prinzip wird in unserer Realwelt-Gesellschaft krass verkannt und mißachtet -> auch etwas, was man im Spiel trivial und gefahrlos nachweisen kann).

Referenzpunkt im Spielerfeld

Das Spielerfeld als große Masse bewegt sich einigermaßen gleichmäßig entlang der Linie, die weiter oben im Diagramm unter "Lineares versus Exponentielles Modell" vorgestellt wurde. Dabei wird es eine Spitzengruppe von enthusiastischen Spielern geben, die die bekannte Spielmechanik optimal ausnutzt, sowie den Rest des Feldes, der je nach Beziehungen zur Spitzengruppe und je nach Aktivität mehr oder weniger von der Spitzengruppe mitgezogen wird. Innerhalb der Spitzengruppe wird es natürlich auch eine Auffächerung je nach Glück und Aktivität geben.

Die grobe Struktur der Aufteilung wird aber über's gesamte Spiel hinweg einigermaßen konstant bleiben. Man braucht daher nur einigermaßen genau abschätzen können, wie schnell sich die Spitzengruppe entwickeln kann (also welcher Kurve der Attributsentwicklung über die Zeit sie folgen wird) und kann dann den Rest des Spielerfeldes mit einfachen Faktoren daraus ableiten.

Für die Abschätzung der bestmöglichen theoretischen Entwicklung hatten wir oben schon ein Modell angesetzt. Und das auch schon um einen Korrekturfaktor ergänzt, der die tatsächlichen Widrigkeiten von Zufällen und Abhängigkeiten grob pauschal geschätzt berücksichtigt (mit 0,75 angesetzt).

Nun kann man den oben deklarierten "Normalpreis" irgendwo - nach persönlichem Geschmack und Kompromiß zwischen egozentrischer Erhaltung des eigenen Vorteils und interessantem Zusammenspiel mit anderen Spielern - auf dieser Werteentwicklungs-Kurve an einem Punkt gegenüber der jeweils aktuellen (vermuteten) Spitzenposition festmachen. Also: Man macht den Normalpreis an einem Attribut-Wert fest, welcher sich dynamisch mit fortlaufender Spielzeit entlang der oben angegebenen Kurve bewegt.

Preisabhängigkeit von Attributen

Es fehlt dann noch eine Abhängigkeit des Preises von der Abweichung der Attribute eines Pferdes von dem aktuellen Referenzpunkt. Auch da ist man wieder auf persönlichen Geschmack und Kompromiß angewiesen.

Ich halte das ganze System derzeit folgendermaßen:
  • Ich suche mir einen "unteren" Referenzpunkt von Attributen, die gerade in ausreichender Masse auf dem Markt zu finden sind, so daß deren Preis gerade gegen Null gedrückt wird, bei leicht höheren Attributen aber bereits anzusteigen beginnt. Pferde mit solchen Attributen oder schwächer biete ich zum Selbstkostenpreis (nur die AP's für's Training sind zu ersetzen - bei Fohlen Null Kosten, bei erwachsenen Pferden das Reitstundenäquivalent).
  • Jede Verbesserung demgegenüber lasse ich mir mit einem "Preis pro Woche" Aufholjagd auf der Entwicklungskurve bezahlen. Und das geht so:
    • Der Interessent muß pro Tag, um den er einen Rückstand gegenüber dem Spitzenfeld aufholen will, eine bestimmte Menge Credits bereitstellen (allerdings nur einen Bruchteil der weiter oben als zumutbares Maximum angesetzten 500 Credits).
    • Die Rückstands-Zeit wird anhand der aktuellen Steilheit der Entwicklungskurve aus der Differenz der aktuell mit dem fraglichen Pferd angebotenen Attribute zu jenem "unteren" Referenzpunkt bestimmt.
Ich lande mit den bei mir festgelegten Preiskoeffizienten damit bei einem System, wo ein Mitspieler unter Aufbietung der oben genannten "zumutbaren" Preise (3500 Credits pro Woche alias Decksprung) etwa drei Wochen Rückstand (eine Generation) im Stück aufholen kann. Also ein Verhältnis von 1 Woche Arbeit zu 3 Wochen Gewinn.
Im Laufe des Spieles wird sich dieses Verhältnis eventuell nochmal ändern.

Zusätzlich lasse ich mir allerdings die Qualitätsklasse eines Hengstes bezahlen, denn die bringt bekanntlich dem Kunden dauerhaft wirkende Vorteile - zumindest solange auf dem Markt die Ignoranz gegenüber ordentlicher Qualitätskontrolle bestehen bleibt. Und sie ist mit einem gewissen Verwaltungsaufwand verbunden, für den eine angemessene Bezahlung nur rechtens erscheint - solange sich 99% vom Rest der Spieler gar keinen Kopf darum zu machen gewillt ist.
Die Bezahlung der Qualitätsklasse ist an der voraussichtlichen Gesamtdauer des Spiels von etwa einem Jahr orientiert: Sie ist derzeit mit etwa dem Dreifachen der "zumutbbaren" wöchentlichen Ausgaben für Spitzenqualität (derzeit Klasse 11) so angesetzt, daß ein Interessent halt drei Wochen Fleiß in ein einzelnes arbeitsfähiges Pferd investieren muß, um einen Decksprung zu bekommen, der ihm dauerhaft den Anschluß an die Spitzengruppe gewährt. Das sehe ich als sinnvollen Kompromiß aus spielerischem Anreiz (eine gewisse Schwierigkeit) und Entgegenkommen (es bleibt dicke genug Zeit, den dann erlangten Vorteil auszukosten).

to do: Dieser Abschnitt läßt sich mit Sicherheit auf ein Zehntel zusammenkürzen! Formeln statt Sätze!

Auswahl in der Deckstation

Gemeinerweise bieten die originalen Handels-Seiten des Spiels keinerlei Unterstützung für die Auswahl nach Wertesteigerung. In den originalen Handelsseiten stellt das Heraussuchen von guten Wertesteigerungen einen EXTREM aufwendigen manuellen Prozeß dar - weil ganz einfach von den vielleicht 3% der Spieler, die ENDLICH WENIGSTENS begriffen haben, was ein Geburtswert ist, wiederum nur vielleicht 10% den nötigen Intelligenzquotienten aufweisen, um den Sinn der Wertesteigerung zu kapieren. Und von denen, die das zu kapieren in der Lage sind, sind nahezu restlos alle Spieler bislang der Sparte "egozentrisches Miststück" zuzuordnen: Sie halten GEZIELT jede Information zurück und verbreiten gezielt Desinformation und irreführende Kommentare, um hinreichend naive Mitspieler maximal zu behindern.
Ich habe bisher nur EINE EINZIGE Spielerin in Equilino kennengelernt, die bereitwillig solche Infos bereitstellt und außerdem ihre Errungenschaften zu teilen bereit ist (das allerdings auch nur gegen eine Wahnsinns-Entlohnung von 100'000 Credits): "bibi" aus dem Klub "Steppenreiter".
(P.S.: Inzwischen tauen die Fronten auf, nachdem sich die "guten" Hengste mehr und mehr verbreiten.)

Wir können dem etwas entgegensetzen: Eine spielerdefinierte Datenbank der Pferde mitsamt Pferdeauswahl, wo diese sinnlosen, künstlichen Beschränkungen der notwendigen Voraussetzung für funktionierende Märkte (die Informiertheit der Teilnehmer) nicht mehr existieren. Dieses Teil ist derzeit im Aufbau befindlich.

Inzucht vorbeugen!

Um ununterbrochen mit den jeweils besten verfügbaren Pferden züchten zu können, benötigt man jeweils einen frischen Hengst und eine frische Stute gleicher (jüngster bzw. höchster) Generation. Falls man das von Anfang an haben möchte, bleibt nichts anderes übrig als mit mehreren Konten gleichzeitig zu arbeiten. Im späteren Spielverlauf mit größeren Ställen entspannt sich diese Situation etwas. Das Problem mit der "Frontwelle" der Zucht ist, daß sie von Generation zu Generation ausdünnt. Aus zwei Eltern wird im Normalfall nunmal nur ein Fohlen entstehen. Mit vier Ställen gleichzeitig kann man zwar über zwei Generationen hinweg verzögerungsfrei züchten - allerdings auch das nur, wenn man sagenhaftes Glück hat, denn es müssen in den nachfolgenden Generationen jeweils Paare von Stute und Hengst entstehen.

Diese Nachfolgegenerationen muß man dann wieder sorgfältig geplant verkuppeln, damit in der wiederum nächstfolgenden Generation Paare übrigbleiben, die keine überlappenden Eltern haben. Am sinnvollsten fährt man mit einem bildlich kreuzweisen Schema, wo man seine Pferdchen in ein Raster einsetzt und dann in der einen Generation vorzugsweise senkrecht, in der nächsten waagerecht verkuppelt. Dadurch hat man in der jeweils nächsten Generation ausreichend Unterschiede in den Eltern.

Die Spitzenspieler und deren Spitzenklubs verfolgen übrigens alle diese Strategie: In der Regel hat jeder der dortigen Spieler eine ganze Handvoll Ställe - nicht immer, aber mitunter sehr wohl auch noch alle im selben Klub.

Nun beißt sich dieses Vorgehen allerdings mitunter mit Dingen wie dem dringend notwendigen Einkreuzen eines Hengstes mit hervorragenden Vererbungswerten. Hier kommt es auf Abwechslungen in den Stuten zwischen aufeinanderfolgenden Generationen an. Mal ganz davon abgesehen, daß man außerdem immer solange züchten muß, bis aus so einem Super-Hengst wieder ein Hengstfohlen hervorgeht. Für den Zweck ist ein Austausch unter Mitspielern oder aber (wenn man das nicht schafft) das größenwahnsinnige Bewirtschaften mehrerer Ställe anzuraten. Ein Klub ist genau die richtige Umgebungsgröße, um ausreichend genetisches Material auszutauschen. Dazu müssen die Klubmitglieder aber auch dazu gebracht werden, in der Vererbung und Zucht durchzusehen und mitzuspielen...

Zuchtplanung

Eigentlich habe ich mir vorgenommen, eine HTML/PHP/Javascript basierte Verwaltung aufzusetzen. Die verzögert sich aber immer weiter, weil sie zum einen mit relativ viel Arbeit verbunden ist, zum anderen gerade eben erst (Anfang März) das zugrundeliegende Modell der genetischen Wirkungen komplett umgekrempelt werden mußte und daher auch sämtliche statistischen Auswertungen ganz anders relevant werden (-> Dominanz von Hengsten).

Um dennoch erstmal aus dem Knick zu kommen, habe ich parallel dazu ein Rechenblatt gestaltet, welches solange als Planungswerkzeug dient, bis was besseres da ist. Das Rechenblatt kann an eigene Bedürfnisse angepaßt werden. Es ist im "Open Document Type" - Format gespeichert und mit OpenOffice erstellt worden.

Entwicklungsgeschichte der Modelle