Equilino - Anleitung zum Turnierreiten

Die Anleitung hier ist zum Teil unter Verwendung sarkastischer Ausdrucksmittel geschrieben worden, um die Aufmerksamkeit des Lesers gezielt auf bestimmte Zusammenhänge (Dussligkeiten oder auch Selbstverständlichkeiten, die allzu häufig passieren bzw. übersehen werden) zu konzentrieren. Wem die resultierende "Syntax" hier nicht gefällt, ist verpflichtet, jetzt und sofort diese Seite zu verlassen! Ich habe in dieser Seite heimlich einen magischen Launenwächter installiert, der alle Leute für den Rest des Tages in den Hintern beißt, die diese Seite als Beleidigung empfinden! Also, Trolle: Trollt Euch!

Inhalt

Siehe auch: Anleitung zur Wertezucht

Die Bedienoberfläche

Bedienoberfläche mit Beschriftung der wichtigen Elemente

Hier seht Ihr sie WICHTIGEN (!) Bedienelemente hervorgehoben.
Alles andere ist Schnulli!

1. Es hat nichts mit schnell Klicken zu tun!

Die Zeit habe ich auf dem Bild oben extra deswegen so überdeutlich hervorgehoben, weil es anscheinend viele Spieler nicht fertigbringen, dieses Kästchen überhaupt wahrzunehmen. Es hält sich mit bitterer Sturheit der Aberglaube, daß man so schnell wie möglich auf den "Sprung"-Schalter klicken müsse. DAS IST SCHWACHSINN! Seht einfach hin, während Ihr mitten in einem Turnier seid! Ändert sich etwa die Zeit, während Ihr das Bild betrachtet?!? NEIN!! Eure Turnierzeit hat NICHTS mit der realen Zeit zu tun, die Ihr vor diesem Bildschirm hängt! Ihr könnt dort Gurken schälen und Mäuse melken, einen Film gucken und ein Nickerchen machen!

OK... Übertreiben sollte man's auch nicht, gelle? Damit ein Spieler nicht ein ganzes Turnier für die bis zu 29 anderen Teilnehmer blockieren kann, weil er zu dämlich ist, es fertigzumachen oder zwischendurch auf Urlaub gefahren oder bei ihm der Strom ausgefallen ist, darf man sich maximal 20 Minuten pro Durchgang Zeit lassen! Also für Nickerchen und Film gucken dann doch nur bedingt geeignet, OK?
In dem Kästchen ganz oben rechts, wo hier im Bild die liegende "8" (mathematisches Symbol für "unendlich") zu sehen ist, steht in einem Turnier die Zeit, die Ihr zur Verfügung habt, um in aller Ruhe die Regler einzustellen und Euch durch's Turnier zu klicken. DIE zählt allmählich von 20 Minuten runter. Aber laßt Euch von DER Zeit nicht konfus machen: Die reicht dicke und hat überhaupt nichts mit der Zeit zu tun, die Ihr im Turnier als Turnierzeit lauft!

Beim Üben allerdings dürft Ihr Euch sehr wohl so viel Zeit lassen, wie Ihr wollt. Beim Üben ist sowieso alles erlaubt! Beim Üben könnt Ihr jederzeit hingehen, wo Ihr wollt: Ihr könnt abbrechen oder wiederholen oder den PC ausschalten - es hat keinerlei Einfluß auf irgendwas! Es ist ein Bereich zum FREIEN HERUMPROBIEREN!

OK, also nochmal zum hinter-die-Ohren-schreiben: Es ist SCHEISS-EGAL(!!), wie schnell Ihr auf den Sprung-Schalter klickt! Equilino ist KEIN Echtzeit-Action-Spiel! Es ist ein Spiel, wo man sich jeden Spielzug in aller Seelenruhe gründlich überlegen kann, bevor man ihn ausführt!

Wenn Ihr mir nicht glaubt, probiert es doch einfach selbst aus:
Ihr könnt tausendmal am Tag "üben" gehen!...
Dort klickt Ihr, um zum Üben zu kommen!

Geht hin zum Üben und klickt einmal so schnell Ihr könnt auf "Sprung"!, und zwar ohne irgendeinen Regler zu verstellen!
Notiert Euch anschließend "Eure Zeit", die Ihr für dieses erste Hindernis benötigt habt!
Da müßte was in der Größenordnung von 20 Sekunden stehen.

Jetzt geht Ihr nochmal zum Üben! Diesmal schlagt Ihr vor diesem Bild Wurzeln! Seht Euch auf Youtube einen hübschen Film an oder lest Nachrichten oder macht 600 Kniebeuge!
Danach klickt Ihr GAAAANNNNZZZ LAAAANNNNNGGGGSSSAAAAMMMMM auf "Sprung"!
Schaut Euch jetzt die Zeit an und vergleicht sie mit der vorherigen!

Was stellt Ihr fest?
Korrekt: Bis auf ein paar Zehntel Sekunden - die übrigens purer Zufall sind - hat sich die Zeit nicht geändert!
Seht Ihr JETZT ein, daß es vollkommen schnurz-pipe ist, wie schnell Ihr auf diesen blöden Sprung-Schalter klickt?!

2. Es kommt auf die Reglereinstellung an!

Gut! Nachdem wir jetzt gefressen haben, daß wir auch im Turnier in aller Ruhe jeden unserer Spielzüge gründlich vorbereiten können, bevor wir ihn ausführen lassen, sehen wir uns den Rest der Bedienelemente auf dieser Seite an!

Es kommt erstmal nur auf die linke Seite an! Es sind da: Jedesmal, wenn diese Seite neu geladen wird (also wenn Ihr auf ein neues Hindernis stoßt), sind die Regler im linken Anschlag (linkser gehts nicht mehr - probiert es!).
Worauf es beim Turnier ausschließlich (!) ankommt, ist, jeweils eine möglichst optimale Position dieser Regler einzustellen und ERST DANN in aller Seelenruhe "Sprung" zu drücken.

Klar? Gut! Sehen wir uns nacheinander den Sinn der Regler an...

Regler für Sprint und Sprung

Sprint- und Sprungregler

Diese Regler können ihre Farbe zwischen rot und grün verändern.

Je nachdem, wie schwer das Hindernis ist und wie stark Euer Pferd, wird die Farbe dieser Regler schon in der Ausgangsposition im linken Anschlag rot oder grün sein oder einen orangenen Farbton dazwischen annehmen... Nun habt Ihr als Reiter die Möglichkeit, Euer Pferd zu steuern: Ihr könnt es vor dem Hindernis antreiben, so daß es mehr Energie in den Sprung steckt, oder locker lassen... Schiebt Ihr den Regler nach links, wird er röter werden, falls er denn überhaupt ins rote gehen kann. Denn je weniger Energie Euer Pferd in den Sprung steckt, desto knapper wird es über's Hindernis kommen. Falls das Hindernis allerdings dermaßen schwach oder Euer Pferd dermaßen stark ist, daß es selbst einbeinig auf dem Bauch kriechend und mit 40 Fieber drüber kommt, dann wird der Regler immer grün bleiben. Falls dagegen das Hindernis dermaßen schwer oder Euer Pferd dermaßen schwach ist, daß es selbst mit totaler Verausgabung nicht über das Hindernis kommt, bleibt der Regler immer rot.

Energieaufteilung

Die beiden Regler stehen für zwei Aspekte eines Sprungs: Das Pferd muß hinreichend weit (Sprint-Regler) und hoch (Sprung-Regler) springen. Der Reiter kann sein Pferd steuern, so daß es seine Energie richtig zwischen diesen beiden Dingen aufteilt.

Die beiden Regler können zwar beide gleichzeitig in den linken Anschlag wandern (was bedeutet, daß das Pferd sich in keiner Weise anstrengt, über das nächste Hindernis zu kommen), aber nicht gleichzeitig in den rechten Anschlag. Die Energie, die dem Pferd für den Sprung zur Verfügung steht, kann immer nur zwischen dem "Sprint"- und dem "Sprung"-Anteil aufgeteilt werden. Die SUMME aus beiden Reglereinstellungen kann nicht größer als der rechte Anschlag werden. Schiebt Ihr den einen Regler nach rechts, wird der andere gegebenenfalls automatisch nach links gezwungen.

Regler für Ausdauer

Ausdauerregler

Euer Pferd hat eine bestimmte Energie zur Verfügung, die es insgesamt an einem Hindernis und beim Anlauf bis zum Hindernis verbraten kann. Was es an Energie nicht unmittelbar zum Sprung über das Hindernis umsetzt, kann es zum Galoppieren beim Anlauf nutzen. Und DAS bestimmt Eure Zeit!

Indem der Regler für die Ausdauer nach rechts verschoben wird, wird das Tempo erhöht, mit dem das Pferd zum nächsten Hindernis galoppiert und damit die Zeit, die es braucht, logischerweise verringert.

Energieaufteilung

Das geht allerdings nur in einem bestimmten Rahmen und auf Kosten der Energie, die für den Sprung über das Hindernis verfügbar bleibt: Je weiter der Regler für Ausdauer nach rechts geschoben wird, desto weniger Energie steht für Sprint und Sprung zur Verfügung, so daß jene Regler gegebenenfalls automatisch nach links gezwungen werden.

Steht der Ausdauer-Regler ganz rechts, braucht das Pferd in etwa 15...20% weniger Zeit (das sind nur 3...4 Sekunden Gewinn), verbrät aber seine geamte Energie auf das Galoppieren. Das bedeutet, daß die Regler für Sprint und Sprung in den linken Anschlag gezwungen werden. Das Pferd wird dann vor dem nächsten Hindernis völlig ausgelaugt sein und nur noch schlaff drübertapsen können.

Stellt man den Ausdauer-Regler dagegen nach ganz links, braucht das Pferd etwa 100% mehr Zeit (rund 20 Sekunden Verlust), wobei es sich aber von einer eventuellen vorherigen Anstrengung vollkommen erholt, wodurch es unmittelbar am nächsten Hindernis seine volle Energie in den Sprung stecken kann (das heißt, daß die Regler für Sprint oder Sprung bis zum rechten Anschlag hochgestellt werden können).

Der Ausdauer-Regler kann nur über die Hälfte des Reglerbereiches frei eingestellt werden, weil man das Pferd nicht langsamer machen kann, als es benötigt, um sich vollständig zu erholen. Das bedeutet zum Beispiel, daß der Ausdauer-Regler ganz zu Beginn - am ersten Hindernis - nicht nach links bewegt werden kann, weil das Pferd da noch vollkommen energiegeladen ist. Andererseits kann dieser Regler später in der Regel nicht mehr ganz nach rechts gestellt werden, weil das Pferd am vorangegangenen Hindernis einiges von seiner Energie dalassen mußte, um drüberzukommen (es sei denn, die Regler für Sprint und Sprung konnten ganz links im Anschlag stehen und das Pferd hatte sich vollkommen erholen dürfen).

Die optimale Reglerstellung ermitteln

Nun dürfte irgendwo zwingend logisch sein, daß es vollkommener Unfug ist, das Pferd zum Sprung anzutreiben, wenn da gar nichts ist, wo sich das Pferd anstrengen müßte, OK? Weil man das Pferd im Turnier viel sinnvoller statt dessen auf der Strecke zwischen den Hindernissen galoppieren lassen kann, um eine bessere Zeit zu bekommen. Und es wäre andererseits vollkommener Schwachsinn, das Pferd nicht am Hindernis anzutreiben, wenn es sonst reißen oder verweigern würde, gelle? Wir brauchen also einen möglichst sinnvollen Kompromiß zwischen der Energie, die in den Sprung gesteckt wird, und der Energie, mit der galoppiert wird.

Kurz: Ein kluger Reiter steuert sein Pferd gerade so, daß es nur die minimal nötige Energie in die Sprünge über die Hindernisse steckt und den Rest zum gleichmäßigen Galoppieren zwischen den Hindernissen einsetzt!

Das bedeutet für die Sprint-/Sprung-Regler also:
Der optimale Punkt ist ein Orange-Ton dazwischen. Und zwar genau der hier: Orange-Farbton für optimalen Sprung



Nun gut, zum Vergleich eignet sich besser ein Bildchen von diesen Knöpfen mit dem optimalen Orange-Ton:
Farbknöpfe mit Grenzfarbe
Hier sind zwei Knöpfe zu sehen: Der obere ist gerade so richtig, der untere schon ein winziges bißchen zu rot.

Worauf es nun also ankommt, ist: Die Regler so weit wie möglich links lassen, so daß sie höchstens geradeso den notwendigen orange-Ton annehmen! Klar?

Ermittlung der Grenzfarbe

Die oben angegebenen Bildchen für die Farbknöpfe sind schon ein gutes Ausgangsmaterial. Allerdings werdet Ihr feststellen, daß sich je nach Attributen des Pferdes und konkretem Turnier die sich tatsächlich im Detail einstellenden bzw. notwendigen Farbtöne geringfügig davon abweichen. Womit das begründet ist, kann ich nicht mit letzter Gewißheit sagen, rechne aber stark damit, daß es sich um Rundungsfehler handelt.

Inzwischen ist ausreichend statistisches Material vorhanden, um folgende systematische Abhängigkeit festzustellen: Je weiter ein Pferd über den Mindestanforderungen des Turniers liegt, desto mehr Zufall wird beim Rennen ins Spiel eingerechnet. Und umso größer muß deshalb die Reserve an Reglerstellung sein, um mit Sicherheit durch ein Turnier mit ja immerhin 10 Hindernissen zu kommen.

Es konnte wiederholt und systematisch beobachtet werden, daß beim Einstieg eines Pferdes in die Lizenz 2 wie auch beim Einstieg in die Lizenz 3 jeweils im Falle, daß die Mindestanforderungen gerade so erfüllt werden konnten, exakt die abgebildeten Orangetöne ausreichen, und daß mit zunehmender Stärke des Pferdes die Farbreserve immer weiter erhöht werden muß. Bei Pferden der Lizenzklasse 2, die unmittelbar vor Erreichen der Lizenzklasse 3 standen, war selbst eine Reserve von zwei Farbstufen zu oft nicht ausreichend.

Man KANN Glück haben und mit wenig Reserve bestehen. Das ist aber eher selten. Man kann auch größeres Pech haben und mit einer angemessenen Reserve dennoch reißen. Das ist kein Grund, sich Vorwürfe zu machen! Es ist offenbar von den Spielermachern so gewollt, daß eine gewisse Portion Zufall und Risiko-Balance ins Spiel gebracht werden ("Wer nichts wagt, der nichts gewinnt. Aber wer viel wagt, der alles verlieren kann...")

Der Sinn des Ganzen ist trivial einsehbar: Es soll...
  1. ein zusätzlicher Anreiz für Risiko-Spiel geschaffen werden
  2. ein Ausgleich mit schwächeren Pferden alias Sielern stattfinden

Dieser Zufall kommt nach meinen bisherigen Beobachtungen beim puren Üben nicht zur Anwendung. Nur beim Ablegen einer Lizenz und beim Turnier.

Das Üben kann allerdings AUCH fehlschlagen. Allerdings in einer von der genannten Abhängigkeit noch ganz abweichenden Art und Weise, die offenbar mit der Stärke eines Pferdes gar nichts zu tun hat, aber eine Korrelation mit der Uhrzeit zeigt. Dies wurde einschließlich Vermutungen zu Ursachen öffentlich im Equilino-Forum zur Diskussion gestellt, konnte aber bisher von niemandem sonst beobachtet werden. Ist also weiterhin fraglich.

Der Zufall führt dazu, daß man mit den abgebildeten Orangetönen umso häufiger reißt, je stärker das Pferd in seiner Turnierklasse ist.
Wenn man sicher gehen will,... Man kann sich beim Üben langsam an die Reißgrenze herantasten: Beim Üben gibt es keinerlei negative Auswirkungen, wenn man ein Hindernis reißt. Man kann also Mist bauen, soviel man möchte und alle denkbaren Varianten durchspielen. Insbesondere kann man sich pixelweise an die optimale Reglerstellung herantasten.

Wenn man sich dann mal an den optimalen Punkt herangetastet hat, kann man einen Schnappschuß der Regler in diesem Zustand machen und diesen einfach zum Vergleich im Turnier heranziehen. Ein Bildbearbeitungsprogramm muß man dazu natürlich bedienen können.
Da es aber höchstens geringfügige Abweichungen gibt, kann man auch einen einmal angefertigten Schnappschuß immer wieder verwenden (zum Beispiel den oben abgebildeten).

Vereinfachung der Bedienung

Hat man das Prinzip einmal raus, kann man sich die Sache vereinfachen, indem man die Vergleichsbildchen nicht mit einem Bildbetrachter über den Browser legt (und dabei andauernd zwischen den Programmen hin- und herschaltet), sondern vom Browser unmittelbar in die angezeigten Regler einblenden läßt. Das kann zum Beispiel so aussehen:
Turnierreiten mit Hilfsknöpfen

Und so kann es aussehen, wenn man einen etwas häßlicheren, dafür aber umso deutlicher zu erkennenden Zusatz akzeptiert:
Turnierreiten mit Hilfe
DAMIT ist es übrigens in Turnieren extrem einfach, die richtige Einstellung zu finden. Farbblinde allerdings bleiben in Equilino erstmal benachteiligt.

Ach ja, nochwas: Die Bilder sind copyright- und urheberrechtlich scharf geschützt. Jede Nachnutzung wird mit lebenslangem Guantanamo bestraft. >:->
Scherz beiseite: Wir sind aufgeklärte Mitglieder der Internet-Generation, gelle? Zeigt den anderen Klubs, wie man sein Pferd beherrscht! 8-D

3. Feintuning der Zeit

Und wieder kommt ein weiterer Aspekt der Energieaufteilung hinzu, wenn es darum geht, INSGESAMT über alle Hindernisse hinweg die minimale Zeit zu erreichen. Denn da nützt es nichts, wenn man an einem Hindernis einige wenige Sekunden aufholt, dafür am nächsten Hindernis aber ein Vielfaches dieser Zeit verliert.

Diagramm zur Zeit Es hat einen viel größeren negativen Einfluß, den Ausdauer-Regler nach links stellen zu müssen, als es einen positiven Einfluß hat, ihn nach rechts stellen zu können. Wer in Physik und Mathematik einigermaßen aufgepaßt hat, kann sich das trivial selbst herleiten. Ansonsten reicht ein Blick auf dieses Diagramm, welches die Verhältnisse der Zeitberechnung in Equilino darstellt:

links: 40 Sekunden
mitte: 20 Sekunden
rechts: 16 Sekunden

Nun gibt es unterschiedlich schwere Hindernisse. Vor einem besonders schweren Hindernis muß man sein Pferd besonders weit erholen lassen, damit es überhaupt drüber kommt. Das bedeutet einen besonders großen Zeitverlust. Den kann man aber minimieren, indem man VORHER - am Hindernis VOR diesem besonders schweren Hindernis, gelle? - das Pferd sich nicht vollends verausgaben läßt.

Für eine möglichst gute Gesamtzeit kommt es neben einer hohen Durchschnittsgeschwindigkeit auch darauf an, Ausrutscher nach unten zu vermeiden. Es kommt also darauf an, den Ausdauer-Regler so wenig wie möglich nach links zwingen zu lassen. Und dieser Zwang kommt daher, daß Ihr es ja über das nächste Hindernis drüber schaffen müßt, gelle?

Zeiteiteilung für Enthusiasten

Kurz und gut: Wenn Ihr eine optimale Zeit erreichen wollt, müßt Ihr die Ausdauer DERMASSEN aufteilen, daß die minimalen Ausdauer-Einstellungen so hoch wie möglich zu liegen kommen. Weil das aber von der konkreten Attributsverteilung des Pferdes und von der konkreten Verteilung der Hindernisse abhängig ist, die jede Woche geändert wird (oder gar mit jedem Turnier?), müßt Ihr das für Euer Pferd und für Euer Turnier jedesmal neu herausfinden.

Unter anderem DAFÜR gibt es zwei Turnierdurchgänge!

Schreibt Euch beim Turnier die Ausdauerzustände mit, in die Euer Pferd beim ersten Durchgang kommt, so daß Ihr wißt, wo es besonders schwer wird! Und dann nehmt die Ausdauer von leichten Hindernissen rüber zu den schweren Hindernissen, indem Ihr den Ausdauer-Regler vor einem leichten Hindernis nicht soweit nach rechts schiebt, daß er die anderen beiden Regler nach links zieht! Laßt an leichten Hindernissen vor schweren Hinderissen eine gewisse Ausdauer-Reserve ungenutzt! So eine Ausdauer-Übertragung kann man gegebenenfalls auch über zwei, drei Hindernisse hinweg durchziehen: Ihr seht an dem Ausdauer-Leistungsbalken Eures Pferdes, wie es um die aktuelle Ausdauerreserve steht und wie sie sich verändert.

4. Hindernisse reißen und Erste Hilfe bei Unfällen

Es wird passieren, daß Ihr ein Hindernis reißt. Gerade wenn Ihr versucht, möglichst hart an der Kante zu reiten und selbst wenn Ihr sicher seid, über ein Hindernis zu kommen, weil Ihr mit Eurer Reglereinstellung schon immer über alle Hindernisse gekommen seid. Irgendwann ist das erste Mal, denn bei der Berechnung kommt offenbar Zufall ins Spiel.
Gerade in den letzten Wochen mehren sich Stimmen im Equilino-Forum, die von gerissenen Hindernissen berichten, obwohl sie absolut sicher waren, nicht reißen zu können. Ich kann das aus meiner Familie bestätigen.

Warum reiße ich immer öfter?

Da reitet man Turniere noch und nöcher und denkt, endlich das Prinzip verstanden zu haben, und dann reißt man umso öfter, je mehr Übung man bekommt. Ist das nicht fies?!

Es hat einen systematischen Grund: Im Turnierreiten ist Zufall eingebaut, und zwar proportional (!) zur Überlegenheit (!) des Pferdes!
Also: Je besser Euer Pferd in seiner Turnierklasse wird, desto größer werden die zufälligen Fehler der eingesetzten Sprint/Sprungkraft. Und desto wahrscheinlicher wird das Pferd reißen, wenn es in der Gegend des minimal notwendigen Krafteinsatzes läuft.
Also: Je besser Euer Pferd, desto schwieriger wird für Euch das Rennen!
Oder: Je besser Euer Pferd, mit umso mehr Reserve müßt Ihr es laufen lassen, damit es überhaupt einigermaßen sicher über ein Hindernis kommt.

Fies, gelle?!

Ihr müßt für Euch selbst einen Kompromiß zwischen dem Risiko des Reißens und dem Bedürfnis nach Triumpf finden: Gute Plätze könnt Ihr unmöglich ohne viel Risiko bekommen. Aber viel Risiko bedeutet auch seltenen Erfolg.

Schnöde betrachtet kann man auch sagen: Das System ist darauf ausgelegt, daß alle mal was vom Kuchen abkriegen. Je besser die Pferde, desto öfter landen sie ganz am Ende der Liste bei den Reitern mit Fehlern. Und desto wahrscheinlicher wird es für Anfänger, sich doch noch einen Platz zu ergattern.

Spitzenklubs setzen übrigens massiv Equis gerade für das Turnierreiten ein, um mit mehreren Pferden pro Woche und Stall anzutreten. Das darf auch so sein, denn diese voll-enthusiastischen Spieler bezahlen damit den Server und die Spieleprogrammierer. Gönnen wir ihnen die vorderen Platzierungen!

Deshalb meine Empfehlung: Wechselt so schnell wie möglich in die passende Lizenzklasse! Sobald Ihr mit einem Pferd gerade so in eine höhere Lizenzklasse hinübergewechselt seid, werdet Ihr merken, daß es wieder schlagartig vorbei ist mit dem Reißen! Euer Pferd kann urplötzlich wieder hart an der Grenze laufen. BIS es wieder besser geworden ist...

Ganz pauschale Regel: Je weiter links die Regler (Sprint/Sprung) stehen (bzw. je schneller das Pferd läuft), desto mehr Reserve benötigt man. Pi-mal-Daumen eine Farbstufe pro 10%...20% Reserve.

Wenn Ihr unbedingt auf Teufel-komm-raus in einer Anfänger-Klasse antreten wollt, sorgt wenigstens dafür, daß das Pferd in einem Klub mit Traininsgparcours austrainiert wird, damit es nicht so erbärmlich viele Aktionspunkte für erbärmlich mickrige Attributszuwächse einsetzen muß, weil Ihr damit nur Miese macht - das aber richtig! Viel besser wäre es in solch einem Fall, das Pferd arbeiten zu schicken!

Was tun, wenn man gerissen hat?

Na ja: Der Durchgang ist vergeigt, das ist schon mal Fakt.

Wenn man noch einen zweiten Durchgang offen hat, kann man dort die Reserve nochmal vergrößern. Wobei wir hier mal davon ausgehen, daß man sehr wohl schon im ersten Durchgang eine Sicherheitsreserve eingeplant hatte, um eben solches Reißen zu verhindern. Aber manchmal passiert's eben doch - was auch immer auf dem Spielserver für eine Logik dahinter stecken sollte.

Was man auf gar keinen Fall machen sollte, ist, deswegen nachlässig zu werden! Denn mit jedem Reißen hat man eine Chance, das Pferd zu verletzen. Ein verletztes Pferd aber bekommt einen Gesundheitsschaden und noch im selben Turnierlauf schlagartig saumäßig schlechte Leistungen - proportional zum Gesundheitsabfall. Außerdem kostet eine Verletzung mindestens 300 Credits beim Arzt und den Ausfall von Aktionspunkten für Reitstunden, weil auch die Attribute schlagartig fallen. Es ist dann nicht nur die Platzierung im Arsch, sondern zusätzlich kommt auch noch eine extra finanzielle Belastung auf einen zu!

Wenn man ganz doll Pech hat, bekommt das Pferd sowas wie einen Sehnenriß. Das dauert dann trotz Behandlung mehrere Tage, wo jeden Tag die Attribute und die Gesundheit runtergehen, wodurch das Pferd praktisch von Null an aufs neue hochtrainiert werden muß. In so einem Fall hat man komplettes Pech, wenn man zu spät in der Woche mit Turnierreiten begonnen hatte. Denn man kann nach einem einmal begonnenen Turnier das Pferd nicht mehr wechseln. Man kann nicht mal für Equis ein zweites antreten lassen. Das zweite Pferd kann erst antreten, wenn das erste komplett mit seinem Turnier durch ist. Und DAS wiederum kann es nur, wenn es wieder gesund ist. DAS aber wiederum zieht sich bei schweren Verletzungen über mehrere Tage hin.
Ich hoffe, das Dilemma kommt hinreichend rüber!

Was tun, wenn sich das Pferd verletzt hat?

Wenn sich das Pferd verletzt, verliert es an "Gesundheit" und Attributen! Beides bewirkt unabhängig voneinander, daß die Leistungen des Pferdes im laufenden Rennen schlagartig fallen! Außerdem wird es auch noch krank mit einer Wunde, die sich weiter entzünden kann - wobei ich mir besser nicht angucken will, was die Equilino-Macher da noch so an schlimmen Krankheiten eingebaut haben, wenn man das ignoriert...

Gemeinerweise bekommt man dies im Turnier zuerst kaum mit. Es steht mitten im Turnier noch nichts in der Textbox drin; erst am Ende eines Durchgangs kommt ein entsprechender Hinweis. Selbst den kann man übersehen. Erst nach zwei, drei Sprüngen oder gar in der Wiederholung merkt man, daß etwas nicht stimmen kann, weil das Pferd einfach zu schwache Leistung bringt.

Man kann während eines Laufes nicht das Pferd versorgen. Der aktuelle Lauf ist vergeigt! Man KANN aber SEHR WOHL zwischen zwei Läufen eines Turniers erste Hilfe leisten - und zwar
  1. Mit dem Pferd zum Arzt!
  2. Dann ein Erste-Hilfe-Päckchen geben!
  3. Das Pferd zwischendurch schlafen lassen!
  4. Dann die verlorenen Attribute auftrainieren!
Für sowas sollte das Pferd noch mindestens 5, besser 8 Aktionspunkte in Reserve haben!

Ein Tipp, den ich selbst künftig beachten werde: Das Pferd sollte zwischen den beiden Läufen unbedingt untersucht werden auf eventuelle Verletzungen, falls man im ersten Durchgang gerissen haben sollte!

5. Der tatsächliche Einfluß der Turnier-Attribute

Aus den Darstellungen - besonders aus der optischen "Bindung" der Regler an die Attribute für "Sprint" und "Sprung" - könnte man schlußfolgern, daß allein die Werte für "Sprint" und "Sprung" über die Fähigkeit zum Überwinden eines Hindernisses entscheiden. Und man könnte vermuten, daß der Ausdauer-Wert darüber entscheidet, wie schnell sich die Energiereserve erholen kann.

Das ist aber nicht so. Das mathematische Modell im Hintergrund ist darauf ausgelegt, die Sache server-intern nicht unnötig zu verkomplizieren. Deshalb werden gewisse Zusammenhänge aus Sicht des Modells vereinfacht. Aus Sicht der Spieler dagegen stellen sie leider eine Verkomplizierung dar.

Bei systematischen Tests kommt heraus: Die Ausdauer geht von vornherein zu einem gewissen Anteil ebenfalls in die Färbung für Sprint und Sprung ein. Je größer die Ausdauer, desto grüner die Regler bei ansonsten gleichen Werten für Sprint und Sprung. Die exakten quantitativen Zusammenhänge habe ich noch nicht ermittelt (das ist auf Konten, die nicht zum reinen Testen gedacht sind, nicht trivial).

Dennoch konnte ich systematisch feststellen, daß zumindest bei bestimmten Hindernisprofilen die verschiedenen Attribute unterschiedliche Wirkung auf die erreichbare Gesamtzeit haben. Namentlich war mir im Februar eine deutliche Bevorzugung der Attribute "Sprint" und "Sprung" gegenüber der "Ausdauer" aufgefallen.

Diese Angelegentheit benötigt allerdings noch genauere Betrachtung...